Berlin : DIE KÜNSTLERIN DIE KUNST

Heike Baranowsky,

47, kam Anfang der 90er nach Berlin zu Katharina Sieverding an die Hochschule der Künste. Hier schärfte sie ihren Blick für Phänomene des Alltags, entwickelte ihre klare, harte und zugleich poetische Sprache, wurden Fotografie und Film ihr Medium. Der Loop „Schwimmerin“ (2000) mit einer Sportlerin, die, ohne zu atmen scheinbar unendlich krault, machte die Augsburgerin international bekannt. Fasziniert folgt der Betrachter deren Vorwärtsbewegungen und sieht doch Stillstand. Seit einem Peking-Aufenthalt 2005 wurden aus den einfachen Videos, die meist nur aus einer Einstellung bestehen, zunehmend komplexe Filme. Prompt folgten 2010 und 2012 Einladungen zur Berlinale. Bis 18. 8. zeigt Heike Baranowsky Arbeiten in Linz im Lentos Kunstmuseum. Zuvor war die Ausstellung in der Kunsthalle Nürnberg zu sehen, wo sie an der Akademie lehrt.

In the zone, ein Ausdruck, den Heike Baranowsky im Blick auf ihr Video „Barometer“ ins Spiel gebracht hat, beschreibt jenen Zustand, in dem ein Athlet im physischen und psychischen Einklang ist

und Höchstleistung erreichen kann. Zugleich kann man es als Ortsbeschreibung lesen, zu deutsch:

in der Zone. Nach Aufnahmen aus Pasadena und vom Tiananmen-Platz hat Baranowsky für „Barometer“ im brandenburgischen Kienbaum ihren neuesten Drehort entdeckt: in einem stillgelegten Trainingszentrum der DDR. Die in den 70ern erbaute Unterdruckkammer, in der die Bedingungen in der Höhe

simuliert werden können, ist bis heute intakt. Hier ließ die Künstlerin mit Helium und Luft gefüllte

Wetterballone auf- und abschweben. Auf „Mehr Berlin“ zeigt sie eine Montage aus Locationshots, in der die Szene gedoppelt und über Kopf gestellt wird, so dass sie endgültig ins Surreale zu kippen scheint.NK

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben