Berlin : DIE KÜNSTLERIN DIE KUNST

Ein Video, das Angela

Bulloch beim Einrichten ihrer Ausstellung zeigt,

finden Sie via QR-Code

oder alternativ unter

tagesspiegel.de/kultur

Angela Bulloch, 47, liebt Regeln und Strukturen. Nicht nur ihre neuen

Rautensäulen basieren auf Einsen und Nullen der Programmiersprache. Auch ihre Pixelboxen – Leuchtkästen, die ihre Farbe ändern – gehorchen

einem Algorithmus. Bei ihren Drawing Machines übersetzt ein Stift Sounds und Klänge ins Visuelle, indem er an der Wand entlangfährt.

In der Ausstellung bei Esther Schipper wird er von der Lieblingsmusik

der Künstlerin aus dem iPod angeleitet. Angela Bulloch hat am renommierten Goldsmith College studiert und zählt zur Riege der „Young British Artists“.

Für das Paul-Löbe-Haus im Bundestag hat sie das interaktive Kunstwerk

„Seats of Power“ geschaffen. nap

Künstliche Befruchtung. Auf dem Foto ist schwer zu erkennen, ob es sich bei den geometrischen Formen um ein grafisches Muster oder zwei plastische Säulen handelt. Angela Bulloch spielt

mit diesem Effekt – und den Dimensionen. Am Computer hat sie Rauten aufeinandergestapelt,

zu 3-D-Modellen hochrechnen lassen und diese wiederum als räumliche Arbeiten realisiert.

Hinter den Totems, wie die britisch-kanadische Konzeptkünstlerin sie nennt, steckt also eine

zweifache, rechnerbasierte Übersetzungsarbeit. Dazu passt der Titel „In Virtual Vitro“ ihrer

Ausstellung in der Galerie Esther Schipper, wo diese Arbeiten neben Bullochs Drawing-Machines

und Pixelboxen zu sehen sind (Schöneberger Ufer 65, bis 1. 3.): Die Installationen erinnern an

genuin Schöpferisches wie die Unendliche Säule von Constantin Brancusi. Aber sind sie nicht

ein rein künstliches, im virtuellen Raum entstandenes Produkt?

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