• Die Planer wollen hoch hinaus - Neubebauung zwischen Jebens- und Fasanenstraße vorgeschlagen

Berlin : Die Planer wollen hoch hinaus - Neubebauung zwischen Jebens- und Fasanenstraße vorgeschlagen

C. v. L.

Es liegt zentral, ist gut erschlossen und wird dennoch als städtebauliches Niemandsland empfunden: Das Gelände zwischen Technischer Universität und Bahnhof Zoo, zwischen Hardenberg-, Fasanen-, Jebensstraße, Hertzallee und Landwehrkanal in Charlottenburg. Stadtplaner Florian Mausbach und Architekt Josef Paul Kleihues haben als Diskussionsbeitrag Pläne für einen neuen Stadtteil namens "Europolis" am Bahnhof Zoo entwickelt, mit einem bis zu 300 Meter hohen Gebäude. Die Chancen, dass hier wirklich einmal so gebaut wird, stufen beide als durchaus realistisch ein.

Mausbach, von dem die Idee stammt, ist Präsident des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, die Pläne aber hat er als Privatmann entwickelt. Auch dienstlich reizt ihn die Neugestaltung: Die Grundstücke, über deren Zukunft er sich Gedanken macht, gehören zum großen Teil dem Bund, werden von seinem Bundesamt - einst Bundesbaudirektion - und der Oberfinanzdirektion genutzt. Der Abriss eines Großteils der vorhandenen Häuser, deren Bausubstanz als nicht wertvoll eingestuft ist, erscheint unproblematisch. Die geplante Universitätszentralbibliothek an der Hertzallee würde zum Bestandtteil von "Europolis".

Vor mehr als zwei Jahren hatte die Bundesbaudirektion 15 Architekturstudenten am Lehrstuhl für Baugestaltung von Meinhard von Gerkan eingeladen, Visionen für ein neues Wahrzeichen zu entwickeln, das durchaus Europas höchstes Haus werden könnte. Entworfen wurde unter anderem, wie berichtet, ein fast 400 Meter hoher Wolkenkratzer hinter der Jebensstraße.

"Hier sollte ein Ort mit sehr individuellem Charakter entstehen, der die Zoogegend bereichert und über sie hinausweist", teilen Kleihues und Mausbach mit. Es gehe ihnen um eine wirksamere Nutzung dieses wertvollen Areals, um ein in sich geschlossenes und sich zugleich nach außen öffnendes Stück Stadt "von großartiger Urbanität und Lebensqualität". Das in unmittelbarer Nähe zum Tiergarten und zum Breitscheidplatz gelegene Gelände sollte nicht nur für Dienstleistungen, sondern vor allem für Wohnzwecke genutzt werden. Neben der Bebauung am Potsdamer Platz und am Klingelhöfer-Dreieck sei dies einer der letzten Orte, an dem dies noch möglich sei.

Es gehe auch darum, neue Wohnformen in hohen Häusern zu schaffen, wie man sie aus New York, Boston und Chicago kenne. Läden, Cafés und Restaurants sollten dazu gehören, großzügige Eingangsbereiche mit Concierge, Dachterrassen, eventuell ein Schwimmbad - Wohnformen, die von Singles und Familien geschätzt würden.

Mausbach und Kleihues wollen ihre Vorstellungen heute bei der Präsentation des Jahrbuches "Bau und Raum" des Bundesamtes für Bauwesen erläutern.

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