Berlin : Die Spitzen des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf

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Uwe Klett (PDS) ist seit sechs Jahren Bürgermeister. Davor war er drei Jahre lang Sozialstadtrat in Hellersdorf. Der 42-jährige promovierte Ökonom gilt als fachlich kompetent. Klett wird auch für die Bereiche Finanzen und Verwaltung zuständig sein. Im vergangenen Jahr sorgte der Politiker für Aufsehen, als er - bislang einmalig in Berlin - eine Verfassungsklage gegen den Senat einreichte. Der Grund: Ungenügende Zuteilung der Finanzen für die Bezirke, die ihre gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nicht mehr erfüllen können. Auch Petra Leuschner zieht wieder für die PDS in das Bezirksamt ein. Die promovierte Betriebswirtschaftlerin übernimmt zu ihrem derzeitigen Bereich Soziales voraussichtlich noch das bislang von der SPD geführte Wirtschaftsressort und den Bereich Beschäftigung. Seit 1996 arbeitete die 47-Jährige als Haushalts- und Finanzexpertin in der PDS-Fraktion des Abgeordnetenhauses. Mit der Fusion zog sie im Januar dieses Jahres als Jugend-, Familien- und Sozialstadträtin in das Bezirksamt ein. Als dritten Stadtrat schickt die PDS einen alten Hasen in die Verwaltung. Heinrich Niemann leitet seit neun Jahren das Gesundheits- und Umweltressort und erhielt 1995 noch den Bereich Ökologische Stadtentwicklung in Hellersdorf dazu. Der 57-jährige Facharzt für Sozialmedizin gilt als hartnäckiger Verfechter des umweltverträglichen Bauens und vertritt mitunter stur seine Position. Im neuen Bezirksamt übernimmt er voraussichtlich wieder den Bereich Ökologische Stadtentwicklung. Die Neueinsteigerin heißt Manuela Schmidt. Die parteilose promovierte Lehrerein wird von der PDS ins Rennen geschickt. Der Bezirk ist der 38-Jährigen allerdings nicht unbekannt. Sie war jahrelang als Bürderdeputierte im Jugendhilfeausschuss tätig. Manuela Schmidt soll künftig für die Bereiche Jugend, Familie und Gesundheit zuständig sein. Marlitt Köhnke (SPD) war bereits von 1990 bis 1992 Bürgermeisterin von Hellersdorf. Sie war damals allerdings über ihre IM-Tätigkeit bei der DDR- Staatssicherheit gestürzt. Dass die SPD-Frau aber offen über ihre "Jugendsünde" spricht, brachte ihr Pluspunkte bei den eigenen Genossen ein. Die studierte Philosophin wird im neuen Bezirksamt wahrscheinlich für Bildung, Kultur und Sport zuständig sein. Von 1990 bis 1992 war die 49-Jährige SPD-Kreisvorsitzende in Hellersdorf. Seit zwei Jahren leitet sie die SPD-Fraktion in der BVV. Einziger CDU-Stadtrat ist Svend Simdorn. Der 41-Jährige übernimmt wahrscheinlich die Ressorts Wohnen, Bauen und Bürgerdienste. Seit der Fusion sitzt Simdorn im Bezirksamt und war für die gleichen Bereiche verantwortlich. Vor seiner hauptamtlichen politischen Laufbahn war er im Bundesministerium der Verteidigung beschäftigt.

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