Berlin : Die Tabelle fotografiert

Wetzlars Handballer stehen überraschend an der Spitze

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Leipzig (dpa). Die MeisterschaftsFavoriten TBV Lemgo, HSV Hamburg und SG Flensburg-Handewitt haben mit deutlichen Siegen zum Saison-Auftakt der Handball-Bundesliga ihre Klasse bewiesen. Titelverteidiger Lemgo kam vor ausverkaufter Halle zu einem nie gefährdeten 34:25-Heimsieg gegen Aufsteiger Stralsunder HV, Flensburg-Handewitt setzte sich noch deutlicher mit 36:25 beim VfL Pfullingen durch und der HSV bezwang die SG Wallau-Massenheim ebenfalls sicher mit 30:24. Von den Spitzen-Mannschaften stolperte lediglich TuSEM Essen bei der 22:29-Niederlage in Wilhelmshaven.

Übertroffen wurde das Top-Trio allerdings von der HSG D/M Wetzlar, die bereits am Freitag den zweiten Aufsteiger SG Kronau/Östringen mit 37:26 bezwungen hatte und erstmals in der Vereinsgeschichte Bundesliga-Tabellenführer ist. „Die Tabelle habe ich bereits fotografiert. Das wird wohl auch in den nächsten 20 Jahren nicht mehr vorkommen, dass wir ganz vorn stehen“, sagte Rainer Dotzauer, der Vorstands-Chef.

Im Dutenhofener Umfeld kam bereits die nicht ganz ernst gemeinte Idee auf, T-Shirts mit der Tabelle drucken zu lassen. „Das war auch der Tatsache geschuldet, dass wir noch nie einen Punkt in einem Eröffnungsspiel gewonnen haben“, erklärte Dotzauer. Dem Aufsteiger bescheinigte er eine ordentliche Leistung. „Allerdings waren sie noch nicht darauf eingestellt, dass in der ersten Liga jeder Fehler gnadenlos bestraft wird.“

Flensburg-Handewitt, gestützt auf eine starke Abwehrleistung, sorgte bei den ersatzgeschwächten Pfullingern bereits früh für klare Verhältnisse. Am überragenden Torwart Jan Holpert scheiterten die Gastgeber mehrfach freistehend. Im Angriff bot Lars Christiansen (11/2 Tore) eine Klasseleistung. „Wir haben aus der Niederlage im Supercup viel gelernt. Am Mittwoch spielten wir hinten Mist. Diesmal war’s deutlich besser“, bewertete Kent-Harry Anderson den Auftritt des Vizemeisters.

Beim auch in der Höhe erwarteten Sieg von Titelverteidiger Lemgo ragte Routinier Volker Zerbe mit zehn Treffern und viel Übersicht heraus. Dagegen konnte der ehemalige Wallauer Pascal Hens, der für den Wechsel nach Hamburg 35 000 Euro aus eigener Tasche beigesteuert hatte, in der Partie gegen seinen Ex-Verein noch nicht überzeugen. Der Zwei-Meter-Mann traf nur zweimal.

Überragender Spieler auf dem Parkett war Welthandballer Bertrand Gille. HSV-Torwart Tomas Svensson bedankte sich mit 14 gehaltenen Würfen für den Vorzug gegenüber Routinier Goran Stojanovic. „Nach der durchwachsenen Vorbereitung bin ich froh über den deutlichen Sieg zum Saison-Einstand“, sagte HSV-Trainer Bob Hanning. Seine Mannschaft führte Mitte der zweiten Halbzeit beim 26:15 sogar mit elf Toren Vorsprung, ehe die überfordert wirkenden Gäste das Resultat etwas freundlicher gestalten konnten.

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