Berlin : Die Winter-Wunder-Feuer-Welt

Nach einem Großbrand in Steglitz gefriert Löschwasser zu blankem Eis.

Zentimeterdick legt sich die weiße Schicht über Autodächer, Zweige, Baumstämme. Vor einem Baugerüst zieht sich ein Vorhang aus Eis. Durch und durch winterlich sieht am Donnerstag die Steinstraße in Steglitz aus. Dabei ist es ein Großfeuer, das für diesen Anblick gesorgt hat. Wegen der eisigen Temperaturen, die in Berlin im Moment herrschen, ist in Sekundenschnelle das Wasser gefroren, mit dem die Feuerwehr hier ein brennendes Gebäude gelöscht hat.

Donnerstag, 0.40 Uhr: Ein Notruf geht bei der Feuerwehr ein. Meterhoch schlagen die Flammen aus dem fünfgeschossigen Altbau. Zum Glück sind keine Menschen unmittelbar gefährdet. Das Gebäude steht leer, es wird im Moment grundsaniert. Sicherheitshalber werden die Bewohner aus angrenzenden Wohnhäusern herausgeholt.

Die Ursache für den Brand bleibt im Laufe des Donnerstags unklar. Ermittler schließen nicht aus, dass sich bei den Bauarbeiten ein Funke bildete, sich im Dämmmaterial verfing und dieses Stunden später entzündete. Die Flammen dehnten sich sehr schnell vom Erd- bis zum Dachgeschoss aus. Die Löscharbeiten dauerten bis zum Donnerstagabend an.

Das Wetter bereitete dabei erhebliche Probleme. „Zwischenzeitlich musste an der Einsatzstelle immer wieder Sand gestreut werden, weil das Löschwasser blitzschnell gefror und eine spiegelglatte Eisfläche bildete“, sagt Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke. Zeitweise waren 150 Feuerwehrleute im Einsatz, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen.

Da das Gebäude akut einsturzgefährdet ist, durften die Feuerwehrleute es nicht betreten. Sie versuchten mit Drehleitern so nah wie möglich vor das Baugerüst zu kommen, um von dort zu löschen. Auch das Gerüst selbst durfte niemand betreten. Zeitweise fuhr die Feuerwehr einen meterlangen Teleskopmast aus und löschte die Flammen durch das offene Dach mit Wasser und Schaum. Ein Brandschutzkommissariat ermittelt nun. tabu

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