Berlin : Die Wirtschaftslobby hofft jetzt auf eine Ampel

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Der Tagesspiegel und der Verein der Berliner Kaufleute und Industrieller (VDKI) hatten zur großen Wahlparty ins Ludwig-Erhard-Haus geladen - und rund 800 Gäste kamen, um sich bei Wasser, Wein und Preußen Pils die Hochrechnungen auf Großbildschirmen der Firma Berlikomm anzusehen - und zu hören, wie Prominente den Wahlausgang live auf der Bühne kommentierten.

Zum Thema Ergebnisse I: Stimmenanteile und Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus
Ergebnisse II: Direktmandate im Abgeordnetenhaus
Ergebnisse III: Ergebnisse nach Regionen (Abgeordnetenhaus und BVV)
WahlStreet.de: Die Bilanz Viele Wirtschaftsleute waren enttäuscht vom Abschneiden der CDU, aber angetan von den Werten für die FDP. "Immerhin das", war hier und dort zu hören. Das Foyer des Gebäudes, in dem auch die Industrie- und Handelskammer sitzt, füllte sich nach 18 Uhr. Später kamen noch Gäste aus der Politik vorbei, unter ihnen der frühere Finanzsenator Peter Kurth (CDU) und seine Nachfolgerin Christiane Krajewski (SPD), Schulsenator Peter Böger (SPD) und Wirtschaftssenatorin Juliane von Friesen.

"Ich habe den Wahlausgang geahnt, hätte mir aber lieber einen Neustart mit der CDU gewünscht", sagte der Berliner Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Makler, Alexander M. Rainoff. Er hofft vor allem, dass es nicht zu Rot-Rot kommt: "Eine solche Koalition wäre unmöglich und absolut schädlich für die Stadt".

Illusionen über einen Sieg der CDU machte sich ohnehin niemand. Ihr Abschneiden sei die Quittung des Wählers für das Debakel der Bankgesellschaft rund um Klaus Landowsky und Eberhard Diepgen. "Und die Entscheidung für Steffel war auch ein Fehler", sagte die Kauffrau Ingrid Biedermann.

Einigkeit herrschte darüber, dass mehr für die Wirtschaft getan werden muss. Über die Qualität der Politik auf diesem Feld wolle man sich nicht äußern. "Die Stadt braucht dringend Wirtschaftskompetenz, und die würde ich am ehesten der FDP zugestehen", sagte der Berliner Porsche-Geschäftsführer Hartmut Waldow. Berlin sei wirtschaftlich keine starke Stadt. Das sehe man schon an der "Porsche-Dichte": Nur 91 Stück fahren hier pro 100 000 Einwohner herum - in München sind es 390.

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