• Die WM 2006 fängt einen Tag früher an Gala auf 7. Juni vorverlegt, Brasilien spielt später

Berlin : Die WM 2006 fängt einen Tag früher an Gala auf 7. Juni vorverlegt, Brasilien spielt später

Robert Ide

Die für den 8. Juni 2006 im Olympiastadion geplante Eröffnung der Fußball-Weltmeisterschaft findet bereits einen Tag früher statt. Außerdem wird das Spiel des Weltmeisters Brasilien in Berlin nicht am 12. Juni, sondern erst am 13. Juni ausgetragen, teilte der Fußball-Weltverband Fifa gestern mit. Grund ist der anhaltende Streit über den Zustand des Rasens im Olympiastadion nach der Gala. „Wir haben nun zwei Tage mehr Zeit, um das Grün im Stadion neu zu legen“, sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren auf Nachfrage. Rasenzüchter hatten zuletzt bezweifelt, dass die kurze Zeit ausreicht, um den vom Eröffnungsfest ramponierten Rasen bespielbar zu machen.

Das Eröffnungsspiel der WM findet am 9. Juni 2006 in München statt, dort soll es eine kleine Eröffnungsfeier geben. Auf Initiative der Bundesregierung war für den Vortag zusätzlich eine opulente Eröffnungsgala in Berlin vorgesehen. Diese wird vom WM-Kunstkurator André Heller verantwortet. „Solch ein Fest kann nur in der Hauptstadt seine Wirkung entfalten“, sagte Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) am Freitag. Derzeit werden für die Show Tausende Statisten gesucht.

„Vor einigen Monaten war schwer abzusehen, was hinter dem Stichwort Gala zum Vorschein kommt“, sagte Berlins WM-Beauftragter Bernd Schiphorst. „Aber jetzt wird klar: Es kommen schweres Gerät und Tausende Künstler zum Einsatz – da kann mal was kaputtgehen.“ Darum sei die Schonung der Spielfläche wichtig. Klaus Ernst, Chef des Rasenkompetenzteams der WM, sieht die Sache gelassener. „Ein Rasen kann in zwei Tagen festwachsen“, sagte Ernst auf Nachfrage. „Er sieht unter Umständen nur im Fernsehen nicht so schön aus.“ In ihrem Pflichtenheft schreibt die Fifa einen makellosen Rasen vor.

Um die Schonzeit für das Gras auszudehnen, wird auch das für den 12. Juni geplante erste WM-Spiel in Berlin mit brasilianischer Beteiligung um einen Tag nach hinten verlegt. Im Spielplan wird es mit der am 13. Juni geplanten Partie in Kaiserslautern getauscht. „Ein Tausch zu diesem Zeitpunkt birgt keine Probleme“, sagte WM-Sprecher Gerd Graus. Bestellte Karten sollen ihre Gültigkeit behalten. Verbraucherschützer fordern dagegen die Möglichkeit eines kostenlosen Umtauschs von Tickets. „Jetzt besteht gar kein Grund mehr dazu, dass sich Fans eine Ticketrückgabe von den Organisatoren genehmigen lassen müssen“, sagte Carel Mohn, Sprecher des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Bisher besteht das WM-Organisationskomitee darauf.

Welche weiteren logistischen Probleme durch die neuen Termine ausgelöst werden, wollen die Organisatoren jetzt klären. Die WM-Uhr auf der Straße des 17. Juni muss jedenfalls nicht umgestellt werden. Sie zählt die Zeit bis zum WM-Finale herunter. Das findet wie geplant am 9. Juli 2006 statt.

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