Berlin : Diebe, Damen, Defilees

Heute geht’s um die Lola: Im Tempodrom wird der 53. Deutsche Filmpreis verliehen. Um die goldene Trophäe rankt sich so manche Episode

Björn Seeling

Es hätte so schön sein können: das Brandenburger Tor, eine Vespa und Lilo Pulver. Die Schauspielerin sollte vor ein paar Jahren anlässlich der Filmpreisverleihung unterm Wahrzeichen hindurchsurren. Doch diese Hommage an Billy Wilders „Eins, Zwei, Drei“ misslang. Das Tor, so beschied ein Beamter, bleibe für der Verkehr gesperrt, eine Ausnahme sei nicht statthaft. Und dabei hatte Frau Pulver doch extra in der Tiefgarage des Adlons geübt…

Die Geschichte des Deutschen Filmpreises, der heute zum 53. Mal verliehen wird, gibt selbst ein paar gute Story ab. Da wäre die Episode „Regiestuhl“. Als die Ehrung noch in der Staatsoper gefeiert wurden, ließen die Veranstalter Dutzende von den Sitzmöbeln vor dem Haus aufstellen. Zur Dekoration und zum Verschnaufen. Doch am Ende der Partynacht war nicht nur so mancher Gast etwas mitgenommen: rund hundert Stühle fehlten. Rätselhaft ist auch das Schicksal einer Lola, der Filmpreisstatuette. Ein Gewinner hatte sie im Partytrubel verloren. Die Suche blieb erfolglos – bis ein Helfer freudestrahlend mit dem Goldobjekt angestürmt kam. Doch auf Euphorie folgte Depression: Es war nur eine Schoko-Lola.

Die Preisträger des Jahres 2003 sollten also aufpassen, wenn es nach der Gala im Tempodrom zur Party geht: Lola nicht aus den Händen und, erst recht nicht vom Anblick der „Schönsten Frau der Welt“ ablenken lassen. Die italienische Schauspielerin Ornella Muti, einst mit diesem Titel geehrt, ist Stargast des Abends, der um 18 Uhr mit dem Defilee über den roten Teppich vor dem Tempodrom beginnt. Frau Muti kommt mit Tochter Naike Rivelli, die selbst Schauspielerin und mindestens so attraktiv wie ihre Mutter ist. Spannend machen noch zwei andere Frauen den Abend: Katrin Saß und Hannelore Elsner sind als beste Schauspielerinnen nominiert. Beide hatten relativ früh Erfolge in ihrem Job, erlebten Höhen und Tiefen und gehören heute zu den Großen.

Immerhin zu den meistbeschäftigten seiner Gilde gehört Moderator Jörg Pilawa, der zum ersten Mal durchs Programm führt. Ob er im Smoking oder im Samtanzug die drei Stufen der Showtreppe hinunterschreitet – festgelegt hat sich der Sonnyboy in der Kleidungsfrage noch nicht. Sicher ist er sich hingegen im Punkt, wen er von den nominierten Schauspielern bewundert: Daniel Brühl. Den Star aus „Good Bye, Lenin!“ schätzt er besonders. „Er macht so viel wie ich – und das sehr gut.“ Am Sonnabend um 22.10 Uhr kann sich jeder ein Bild davon machen. Dann läuft die Aufzeichnung der Gala im Ersten Programm.

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