Dienstwohnungen für Rentner : Ex-Mitarbeiter wohnen immer noch im Zoo

Die Dienstwohnungen von Zoo und Tierpark sind eigentlich dazu da, dass die Mitarbeiter schnell bei den Tieren sein können. Doch einige Wohnungen und Häuser werden von Ehemaligen bewohnt.

von
Chef auf Abruf. Bernhard Blaszkiewitz muss seinen Posten bald aufgeben. Foto: dpa
Chef auf Abruf. Bernhard Blaszkiewitz muss seinen Posten bald aufgeben. Foto: dpaFoto: picture alliance / dpa

Das neue Jahr bringt Aufbruch, Neuanfang, Hoffnung – im besten Fall. Für die Mitarbeiter von Zoo und Tierpark beginnt es zumindest dienstlich aber erst am 1. Juli, vielleicht auch schon am 1. Mai. Dann tritt der neue Zoodirektor Andreas Knieriem an. Viele Mitarbeiter fiebern diesem Tag entgegen.

Auf Knieriem ruhen große Hoffnungen. Nicht nur soll er denn Zoo modernisieren, er soll auch die gespaltene Mitarbeiterschaft einen und die aufgelaufenen Altlasten abarbeiten. Davon gibt es einige – und nun wird eine weitere bekannt: Es wohnen immer noch frühere Zoo- und Tierpark-Mitarbeiter in Dienstwohnungen oder Diensthäusern auf dem jeweiligen Gelände. Dabei sind die Wohnungen eigentlich für Mitarbeiter gedacht, die noch im Dienst sind – damit sie in dringenden Fällen auch außerhalb der regulären Arbeitszeiten schnell bei den Tieren sein können.

Darauf vom Tagesspiegel angesprochen, ließ Blaszkiewitz seine Sprecherin ausrichten: „Das ist alles vernünftig geregelt.“ Genauere Auskünfte gibt er aber nicht, und so bleibt unklar, was genau gemeint ist. Einige der fraglichen Personen, die längst Rentner sind, sollen Berater- oder Honorarverträge erhalten haben, also trotz Ruhestands noch einer Tätigkeit für den Zoo nachgehen. Kritik an der Situation kommt von den Arbeitnehmervertretern. „Die Dienstwohnungen könnten wir für die aktiven Mitarbeiter besser gebrauchen“, formuliert einer der Betriebsräte. Man wisse, dass man gegen die Praxis vorgehen könnte und vielleicht auch sollte. Aber der Chef sei ja bald weg.

Blaszkiewitz’ Vertrag endet mit dem Ablauf des Monats Juni, und alle Versuche des Aufsichtsrats, ihn zu einem früheren Abgang zu bewegen, sind bisher gescheitert. Mittlerweile ist zwar zu hören, womöglich werde der bisherige Chef doch schon Ende April ausscheiden. Bisher aber hat Blaszkiewitz immer betont, er wolle seinen Vertrag komplett erfüllen.

„Ich verstehe nicht, warum der Aufsichtsrat ihn nicht nach Hause schickt – Blaszkiewitz richtet gerade einen riesigen Flurschaden an“, sagt ein ehemaliger Angestellter, der noch immer gute Kontakte zu wichtigen Mitarbeitern pflegt. Und aus der aktuellen Belegschaft ist Ähnliches zu hören. Vom Aufsichtsrat war dazu keine offizielle Aussage zu bekommen. Inoffiziell hieß es, solange sich Blaszkiewitz nicht strafbar verhalte, sei nichts zu machen.

28 Kommentare

Neuester Kommentar