Berlin : Direktflug

Andreas Conrad

freut sich über Jodie Fosters Pioniertat Berliner Flugverkehr und Kino – das war im letzten halben Jahrhundert eine eher lockere Verbindung. Zwar kam die Luftbrücke schon bald zu Hollywood-Ehren. Aber die typische Airport-Atmosphäre aus Aufbruchstimmung, Abschiedsmelancholie und großer weiter Welt wollte sich hier nie recht einstellen. Welten lagen zwischen Otto-Lilienthal- und John-F.-Kennedy-Airport, keine Kamera vermochte die Kluft zu überbrücken. So gesehen ist es erstaunlich, dass Jodie Foster ihren nächsten Leinwandflug ausgerechnet in Berlin startet. Einer Stadt also, von der aus man zwar auf direktem Luftweg nach Ulan-Bator kommt, aber nicht nach New York. Immerhin, das soll sich ändern: Ab Mai fliegt Delta Air Lines, ab Juli Continental, aber das haben die Produktionsfirmen, sonst scharf auf jedes finanziell verwertbare Product Placement, offenkundig nicht gewusst. Warum sonst sollte man Mutter und Tochter in „Flightplan“ ihren mysteriösen Flug bei einer fiktiven Aalto Airlines antreten lassen? Andererseits wäre auch denkbar, dass keine real existierende Fluggesellschaft sich nachsagen lassen will, dass ihre Passagiere in 10 000 Meter Höhe spurlos verschwinden. Eine Zurückhaltung, die man aus Berliner Sicht nur begrüßen könnte. Sonst ist mit dem Direktflug Berlin – New York vielleicht bald schon wieder Schluss.

0 Kommentare

Neuester Kommentar