Berlin : DOKUMENTIERT: DIE ENTSCHULDIGUNG

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Liebe Schwestern und Brüder in den Gemeinden, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Seelsorge und sonstigem kirchlichen Dienst, liebe Mitbrüder und Ordensangehörige! Ich schreibe Ihnen aus Freising, wo sich die deutschen Bischöfe und einige ihrer Mitarbeiter versammelt haben. Die schwere Finanzkrise unseres Erzbistums hat zu einer Vertrauenskrise im Erzbistum... geführt. Im Bemühen, Schaden von der Kirche abzuwenden, haben sich alle deutschen Diözesen bereit erklärt, im Rahmen ihrer Möglichkeiten mitzuhelfen, unsere Schuldenlast abzubauen... Doch werden „strukturelle Maßnahmen“ erforderlich sein, die tief in das bisherige Gefüge von Erzbistum und Pfarreien, von kategorialer Seelsorge und Einrichtungen eingreifen. Schlimmer noch: Wir werden auch die gegebene Zusage: „Bei uns wird niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen“ nicht einhalten können. Es ist durch und durch verständlich, wenn angesichts dessen die Frage gestellt wird: Wie konnte es dazu kommen? Verständlich ist auch die Frage: Wer ist schuld? Wenn auf diese Fragen auch keine kurzen Antworten gegeben werden können, so erkläre ich jedoch, dass auf mir als Erzbischof die Verantwortung für die entstandene Situation liegt... Ich gestehe, dass ich notwendige Entscheidungen nicht getroffen oder nicht durchgesetzt habe, die zu einer Verhinderung der Notlage hätten führen können. Ich bitte um Entschuldigung und Nachsicht... Ich weiß, dass ich Ihr Vertrauen nicht einfordern kann; ich kann nur von Herzen darum bitten...

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