Berlin : Dritte Spielzeit

Stephan Wiehler

fordert mehr Fußball in Berlins Theatern Theater ist wie ein Fußball-Match“, findet der spanische Regisseur Roger Bernat. „Das passiert im Hirn, jetzt, und da ist kein Spiel wie das andere.“ Solche Parallelen zu ziehen, scheint intellektuellen Schwergewichten wie Berlins Kultursenator Thomas Flierl nicht in den Sinn zu kommen. Noch weniger, dass Fußballfans und Sportfunktionäre, die im nächsten Jahr aus aller Welt zur WM kommen, Lust haben könnten, nach dem Abpfiff ins Theater oder in die Oper zu gehen.

Die Spielfreude an Berlins öffentlich geförderten Bühnen ist begrenzt. Und darum lassen große Häuser wie die Staatsoper, die Schaubühne, der Friedrichstadtpalast und andere auch im WM-Jahr 2006 den Vorhang zur Sommerpause fallen. Schließlich hätten die Beschäftigten ein tarifliches Recht auf Urlaub in den Schulferien, heißt es aus der Kulturverwaltung. Die Erfahrungen zeigten, fürs Theater sei’s den Leuten im Sommer eh’ zu heiß.

Dabei hätte es ein heißer Fußballsommer auch an den Bühnen werden können: Mit Stücken wie „Der Ball ist rund“, dem „Fußballett“ in der Staatsoper oder dem Konzert der Philharmoniker mit Charles Ives’ „Yale-Princeton Football Game“ unter Leitung von Sir Simon Rattle. Ob Klaus Wowereit sich für eine dritte Spielzeit an den Bühnen einsetzt? Unwahrscheinlich. Der Regierende interessiert sich mehr für Fußball als für die Kunst.

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