• Drogenbeauftragte nennt Fixerstuben lebensrettend Das Geld reicht für einen festen Ort Bezirke wollen lieber zwei Busse

Berlin : Drogenbeauftragte nennt Fixerstuben lebensrettend Das Geld reicht für einen festen Ort Bezirke wollen lieber zwei Busse

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Die Finanzierung ist gesichert. Trotzdem kommen die Planungen für Fixerstuben in Berlin nicht voran. Denn es wird gestritten, ob ein fester Druckraum eingerichtet werden soll oder zwei mobile, zum Beispiel in umgerüsteten Bussen. 172 000 Euro stellt das Land 2003 dafür bereit. Das Geld würde reichen, um einen festen Konsumraum auf Dauer zu betreiben, oder zwei mobile. Als Standort einer festen Fixerstube ist das Kottbusser Tor im Gespräch, ein Schwerpunkt der Berliner Drogenszene. Doch dagegen wehrt sich der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Die zuständige Sozialstadträtin Kerstin Bauer befürchtet einen Junkietourismus. „Ein fester Konsumraum zöge Süchtige auch aus anderen Bezirken nach Kreuzberg.“ Die Folge wäre eine große offene Szene.

Deshalb befürworten die Bezirke wie auch die Senatsgesundheitsverwaltung mobile Einrichtungen. „Damit kann man die Drogenschwerpunkte mit Bussen anfahren und vermeidet so die Magnetwirkung eines festen Konsumraumes“, sagt Gesundheitsstaatssekretär Hermann Schulte-Sasse. Doch dagegen regt sich Widerstand seitens der Inititaive „Druckräume jetzt!“. Die Drogenhilfeeinrichtungen bevorzugen einen festen Konsumraum, an den auch eine Beratungs- und Therapieeinrichtung angeschlossen ist.

Nun bekommen die Befürworter von Drogenkonsumräumen Unterstützung vom Bund. Die Bundesdrogenbeauftragte Marion Caspers-Merk wird in Kürze eine wissenschaftliche Studie zu Druckräumen vorlegen. „Die Wissenschaftler belegen einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Konsumräumen und dem Rückgang der Drogentotenzahlen“, sagte Caspers-Merk dem Tagesspiegel. „Da, wo die Drogenszene ist, da muss auch der Konsumraum hin.“ Derzeit gibt es in deutschen Städten 21 Fixerstuben.

Spätestens im Oktober muss ein Konzept für die Berliner Druckräume vorliegen, damit es ab Januar 2003 losgehen kann. I.B.

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