Berlin : DUFTENDE STÄDTE

Stolze 16 000 Euro kostet ein Quadratmeter Bauland Unter den Linden nahe Friedrichstraße. Wollte hier jemand ein Reihenhäuschen bauen, müsste er mindestens zwei Millionen Euro allein für das Grundstück bezahlen. Wohin aber mit dem Garten, wenn man in die Höhe bauen muss? Aufs Dach! Das schlagen die Graft-Architekten vor: Das Haus werde dadurch um einige Grad kühler sein, sogar die Umgebung profitiere. Zumal Bewohner und vielleicht auch Passanten mit einem Duft von Lavendel und Rosmarin umweht werden, die auf den Dachgärten wachsen sollen. Der Aufwand ist groß, „Showcase“ nennt Lars Krückeberg das Haus deshalb auch. Aber wer sich die innerstädtische Lage leisten kann, erwartet wohl auch das ganz Besondere. So sollen sich auch die Farben von Dach und Fassaden mit den Jahreszeiten wandeln: In Lila getaucht zum Beispiel, wenn der Lavendel blüht. Im Einklang mit der Umwelt soll das Gebäude auch dadurch sein, dass keine Klimaanlage und wenig Kunstlicht gebraucht werden. Ein System von Spiegeln soll Tageslicht bis in die Tiefgarage hineinlenken. Das soll den Verbrauch von Energie reduzieren. Nun steht der Realitätstest des Entwurfs bevor: Der Grundstein wurde jüngst gelegt. Allerdings nicht Unter den Linden, sondern in Tokio. Aber warum sollte Berlin nicht folgen? ball

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben