Berlin : Dukaten zum Anknabbern

Beate Westphal hat sich selbstständig gemacht – mit Keksen. Zu Weihnachten werden sie in Gold gehüllt

Constance Frey

Am Anfang war der Muskelkater. Als Beate Westphal 2001 begann, Firmen mit ihren Keksen zu beliefern, taten ihr abends die Hände weh – vom Teigkneten. Der gelernten Sport- und Berufsschullehrerin war damals gerade die Idee gekommen, das Gebäck als Catering für Konferenzen anzubieten. Inzwischen muss Beate Westphal aber nicht mehr allein kneten und ausstechen. Fünf Helfer, größtenteils Studenten, stehen in ihrem Laden „Die Berlinerin“ im Kunsthof in der Oranienburger Straße. Wer bei Beate Westphal arbeitet, tut es aus Vergnügen. Die Chefin verdient ihr Geld eigentlich mit Unternehmensberatung und Kursen zur Berufsfindung. Mit dem Erlös der Keksverkäufe finanziert sie Kurse zur Berufsfindung für Teilnehmer, die das nötige Geld nicht haben, zahlt ihnen Farb- und Stilberatungen oder auch mal die Fahrkarte zu einer wichtigen Berufsmesse.

Mehrmals in der Woche ist Backtag. Dann duftet es nach Lebkuchengewürz und Zimt. In der Vorweihnachtszeit werden bei Beate Westphal täglich Massen von Keksen hergestellt, bisher waren es 150 Kilogramm. Zehn verschiedene Sorten, wechselnd nach Saison, sind ständig im Angebot. Zur Weihnachtszeit gehören natürlich die Klassiker wie Zimtsterne, Bethmännchen („mit ganz viel Marzipan und Mandeln“) und Vanillekipferl. Die Rezepte stammen allesamt von der Großmutter und sind top secret. Zu einem Renner hat sich eine neue Idee Beate Westphals entwickelt: Kekse in Form von Berliner Gebäuden. Ob Brandenburger Tor, die Hochhäuser am Potsdamer Platz oder der Reichstag – alle sind rund zehn Zentimeter groß und im Sechserpack zu haben. Das Design stammt allerdings aus der Werkstatt einer Geschäftspartnerin, die auf Bestellung auch Firmensitze in eine Keksform bringt. „Eigentlich haben wir immer mehr Bestellungen, als wir schaffen können“, sagt Beate Westphal. Deshalb backen die Kunden manchmal schon selbst mit – in Anzug und Schlips unter dem Kittel.

„Die Berlinerin“, Oranienburger Str.27 in Mitte, Kunsthof, täglich 14 bis 19 Uhr, Tel. 4409800, www.hofbaeckerin.de.

Sie wollen Beate Westphals Kekse unter Anleitung nachbacken? Kommen Sie am 11. und 12. Dezember zum Workshop (14-18 Uhr, Hofladen „Die Berlinerin“, Oranienburger Str. 27, Kunsthof). Kosten: 10 Euro p. P., max. 10 Teilnehmer pro Kurs. Jeder kann 500 Gramm selbst gebackene Kekse mitnehmen.

Anmeldung ab sofort unter Tel.440 98 00 (Mailbox). Alle Anrufer werden zurückgerufen.

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