Berlin : "E-Day" auch im Roten Rathaus

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"Es ist gut, dass es jetzt endlich losgeht." Thomas Pattri, Euro-Beauftragter der Commerzbank fiebert dem Montag entgegen - und mit ihm viele Menschen in dieser Stadt. Der 17. Dezember ist "E-Day", Euro-Tag, an dem die Berliner erstmals Gelegenheit haben, die neue Währung in den Händen zu halten. Die ersten Münzbeutelchen mit 10.23 Euro für den Preis von 20 Mark - im Bankerchinesich "Starter Kit" genannt - werden pünktlich zu den regulären Öffnungszeiten über den Schalter gehen.

"Die Begeisterung ist groß", gibt Katrin Sell, Euro-Beauftragte der Deutschen Bank 24 am Zoologischen Garten, die Stimmung bei Mitarbeitern und Kundschaft wieder. "In den letzten Tagen kamen verstärkt Anfragen" - Reservierungen waren aber wie bei den anderen Banken nicht möglich. Reger Publikumsverkehr wird übermorgen auch im Berliner Rathaus herrschen: In Kooperation mit der Staatlichen Münze Berlin bringt auch die Senatskanzlei die so genannten Euro-Haushaltsmischungen unters Volk.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Nach Angaben der Landeszentralbank Berlin-Brandenburg sind die Filialen mit reichlich Euro-Münzen ausgestattet. In Berlin und Brandenburg wurden 2,3 Millionen Geldtütchen ausgeliefert. Einige Kunden, so wird vermutet, werden sich schon in aller Herrgottsfrühe anstellen. Die Deutsche Bank 24 am Zoo öffnet zwar nicht eher als sonst, "aber wir werden früher da sein, um alles vorzubereiten", sagt Frau Sell. Vier zusätzliche Kräfte stärken das Team - und es liegt auf der Hand, dass man auch die Sicherheitsvorkehrungen aufstockt. Die "Starter Kits" werden gesondert verkauft, um den regulären Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Wie viele Päckchen - übrigens auch an Nicht-Kunden - ausgegeben werden, handhabt jede Bank unterschiedlich. Großbestellungen sind aber nicht möglich.

Sollten die Tütchen nicht ausreichen, können die Banken zwar lose Euro-Münzen zusammenstellen und verkaufen, das aber wird im Alltagsgeschäft aus Zeitgründen kaum möglich sein, meint Thomas Pattri. Er spricht in Zusammenhang mit den "Starter Kits" gar von "Hysterie" und "Panikmache" auch der Medien: "Vergessen wir nicht, dass die D-Mark zwar ab 1. Januar nicht mehr offizielles Zahlungsmittel ist, man aber noch überall damit bezahlen kann." Und mit dem Euro kann man frühestens am 1. Januar, sagen wir, nach der Silvesterparty Kopfschmerztabletten in der Nachtapotheke bezahlen.

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