Ehemaliger US-Präsident in Berlin : Wie Barack Obama inspiriert

Was macht Barack Obama auf dem Kirchentag? Tagesspiegel-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff über die Inspiration durch den ehemaligen US-Präsidenten.

Begeistert die Menschen: Barack Obama.
Begeistert die Menschen: Barack Obama.Foto: Gero Breloer/dpa

Da fragt man sich doch: Barack Obama auf dem Kirchentag? Aber das hat schon seinen Sinn, politisch wie theologisch. Politisch, weil der Besuch des ehemaligen US-Präsidenten mit einer Rede am Brandenburger Tor ein Stich gegen den amtierenden ist. Donald Trump ist keine Alternative für Deutschland. Dann das Theologische. Barack Obama gehört zur United Church of Christ, ist evangelisch-reformiert. Was gut zur deutschen Staatsspitze passt, zu Frank-Walter Steinmeier und Angela Merkel.

Die Kirche, der auch Obamas Frau Michelle, Oprah Winfrey und Bill Gates angehören, hat tiefe Verbindungen nach Deutschland, weiland zur Evangelischen Landeskirche in Preußen. Reinhold Niebuhr, Richard Niebuhr und Paul Tillich sind nicht nur für evangelische Ohren klangvolle Namen. Von Tillich stammt das wundervolle Buch „Der Mut zum Sein“.

Jeden Morgen greift Barack Obama zu einem religiösen Text, oft liest er in der Bibel, „um zu entscheiden, wie ich am besten mein Leben ausbalancieren kann“. Diese Balance zu finden, ist Thema für jeden auf dem Kirchentag. Dazu von einem zu hören, der zu Höherem berufen war, ist sicher inspirierend.

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