EHRENSACHE : „Ich will Flüchtlingen eine Brücke bauen“

INTEGRIERT. Franziska Müller, 34, aus Neukölln, hört zu und übersetzt.
INTEGRIERT. Franziska Müller, 34, aus Neukölln, hört zu und übersetzt.

WAS ICH MACHE

Viele denken ja, dass Flüchtlinge nach Deutschland kommen, um ein schönes Leben zu haben. Aber das ist anders, das habe ich als Mentorin bei „Xenion“ oft erlebt – das ist ein psychotherapeutisches Beratungs- und Behandlungszentrum für traumatisierte Flüchtlinge. Ich helfe einer vierköpfigen Familie aus der Kaukasusregion. Sie musste Hausdurchsuchungen, Bedrohungen, Folterungen und Mordversuche ertragen. Hier begleite ich sie zu Behörden, ich spreche mit Ärzten und Lehrern. Ich kann Russisch, übersetze und bin so etwas wie eine kleine Brücke in die Gesellschaft. Wir unternehmen aber auch schöne Sachen, mit den Kindern gehe ich auf Spielplätze oder in den Zoo. Ich merke, wie dankbar mir die Familie ist und wie ich mit wenig Aufwand etwas bewirken kann.

WAS ICH MIR WÜNSCHE

Dass die Familie in Deutschland bleiben kann und dass die Verfahren für Aufenthaltsgenehmigungen beschleunigt werden. Viele Flüchtlinge wissen jahrelang nicht, ob sie hierbleiben dürfen oder nicht. Dieses Gefühl der Unsicherheit lähmt die Menschen. mop

Mentoren-Info Xenion: Tel. 31012563, E-Mail: mentoren@xenion.org

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