Berlin : Ein Bär im Ruhestand

Bao Bao, der Panda des Berliner Zoos, wird alt Eine spezielle Nahrungsergänzung soll ihn fit halten

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„Der liegt so rum, ist er krank?“, fragt ein kleiner Junge am Gehege des schwarzweißen Lieblings der Berliner Zoobesucher. Krank ist „Bao Bao“ mitnichten – mit 28 Jahren ist der Pandabär nur schon etwas betagt. Auf ein Lebensalter von höchstens Mitte 30 kann das 1980 nach Berlin gekommene „Schätzchen“ schon hoffen – so heißt „Bao Bao“ übersetzt. Genießt das ehemalige chinesische Staatsgeschenk an den damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt das letzte Drittel seines Lebens doch bei allerbester Kost und Logis. 15 bis 20 Kilo feinster Bambus von einer Plantage in der Camargue werden ihm täglich außer einer Suppe nach einem chinesischen Geheimrezept in der ehemaligen Tigerfreianlage aufgetafelt. Zur Abwechslung gibt es wöchentlich auch mal ein Hühnchen.

Und so wie sich im richtigen Leben alte Herrschaften auch gern mal mit einem Ginseng-Präparat, einem Gläschen Sekt oder einem Tässchen Kaffee durchblutungsfördernd aufmöbeln, bekommt auch „Bao Bao“ etwas in der Art. „Karsivan“ heißt das Mittel, das ihm seit zwei Jahren täglich verabreicht wird – so als eine Art Nahrungsergänzungsmittel. „Karsivan bekommen eigentlich betagte Hunde“, erklärte gestern Zoo-Tierarzt Andreas Ochs, „und ursprünglich wollten wir es Bao Bao auch nicht regelmäßig geben, sondern damit nur seine noch vorhandene Spermaqualität erhalten.“

Der Durchblutung und dem Stoffwechsel des ältesten männlichen Pandas bekam es dann aber so gut, dass er nun drei Mal täglich damit fit gehalten wird. Da kann „Bao Bao“ sicher noch lange in den Berliner Himmel hineinträumen und sich vielleicht an sein wildes Londoner Gastspiel 1987 erinnern. Statt – wie von Zoologen erhofft – dort für Nachwuchs zu sorgen, attackierte er seine englische Zwangsbraut so heftig, dass man diese mit einem Feuerlöscher vor ihm retten musste. hema

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