Berlin : Ein Fest für alle Sinne

Kunstförderverein ist zurück im Bode-Museum

Elisabeth Binder

Auf dem Grund des umgedrehten Zylinderhuts schimmert es grün von 100Euro-Scheinen. Er steht neben der Skulptur „Königliche Stifterin“ im Saal 111 des Bode-Museums. Tessen von Heydebreck, Vorsitzender des KaiserFriedrich-Museums-Vereins, hat ihn dort aufgestellt und die Gäste gebeten, Geld und Visitenkarten mit Spendenversprechen darin zu deponieren. Mit einem „Fest für die Alten Meister“ kehrte Europas ältester, 1897 gegründeter Kunstförderverein am Sonntagabend glanzvoll heim. Neue Freunde wollte er gewinnen und natürlich die 350 000 Euro zusammen bekommen, damit die Skulptur, Zeugnis der höfischen Kunst und Kultur Frankreichs im späten Mittelalter, als Gabe zur Neueröffnung auch bezahlt werden kann.

Für ihre Kunst, schöne Räume festlich zu inszenieren und so auch Förderer zu motivieren, bekam Anna-Maria Erlen, die stellvertretende Vorsitzende des Vereins, viel Applaus. Mitglieder der Akademie für Alte Musik spielten auf historischen Instrumenten der Mozartzeit zwischen Altären aus Alabaster und Elfenbein, zwischen mittelalterlichen Heiligen und barocken Engeln Kammermusik von Händel und Mozart. Viele der Gäste, darunter Christina Rau und der britische Botschafter Sir Peter Torry, hatten es bei „Augenlust und Ohrenschmaus“ gar nicht eilig, zum anschließenden Empfang in die Basilika zu kommen. Lieber verweilten sie ausgiebig in den Räumen, wo Restauratoren und Führer, die zum Teil schon vor der Wende in dem Museum gearbeitet hatten, Erläuterungen anboten. Der frühere Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Werner Knopp, freute sich wie viele der Freunde alter Meister an der neuen Luftigkeit, daran, „dass nicht alles so voll gestellt ist wie zu Bodes Zeiten“. Viel Begeisterung nach den ersten Rundgängen. „Umwerfend“ kommentierte Schulsenator Klaus Böger: „Das gibt einem richtig einen Schub nach vorn, dass wir so was Tolles haben in dieser gequälten Stadt.“ Die Präsidentin des diplomatischen Willkommen-Clubs, Mary-Ellen von Schacky-Schulz, hofft, dass Besucher viel Zeit mitbringen. Peter-Klaus Schuster, Generaldirektor der Staatlichen Museen, fühlte sich an die Entstehungszeit erinnert: „Damals war Berlin eine unermessliche Stadt...“

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