Berlin : Ein Hauptgewinn zum Davonfahren

Wer darf beim Bundespresseball mit Johannes Rau tafeln? Bringt Joschka Fischer seine neue Lebensgefährtin mit? Und wie lange reichen 1700 Flaschen Champagner? Fragen über Fragen. Wir haben die wichtigsten beantwortet.

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Es waren zwar immerhin 2500 Menschen, die zum Bundespresseball am Freitagabend im Hotel Intercontinental erwartet wurden. Aber trotzdem handelte es sich um einen exklusiven Kreis von Vertretern aus Politik, Medien, Wirtschaft und Kultur. Für alle, die nicht dazugehören, haben wir die zehn wichtigsten Fragen und Antworten zum fünften Bundespresseball in Berlin zusammengestellt.

Wer darf eigentlich rein?

Der Ball ist nicht öffentlich. Karten gibt es ausschließlich für die Mitglieder der Bundespressekonferenz und deren Begleitung. Für die ist alles gratis – vom Büfett über die Getränke bis zum Tombola-Los. Darüber hinaus werden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens eingeladen, also Politiker, Manager, Chefredakteure.

Wer sitzt am Tisch des Bundespräsidenten?

Natürlich der Gastgeber, Werner Gößling (der Vorsitzende der Bundespressekonferenz) und seine Frau Ursula, der TV-Talker Reinhold Beckmann (der die Tombola moderieren wird) und seine Frau Kerstin, Springer-Vorstand Mathias Döpfner und seine Frau Ulrike, Post-Chef Klaus Zumwinkel und seine Frau Antje, Bertelsmann-Aufsichtsratsvorsitzender Gerd Schulte-Hillen und seine Frau Irene, Friedrich-Christian Flick mit Victoria Zimmermann von Siefart sowie der Chefredakteur der Leipziger Volkszeitung, Hartwig Hochstein und seine Ehefrau Christine.

Was ist der Hauptgewinn der Tombola?

Es gibt acht Hauptgewinne, unter anderem ein Mercedes-Coupé CLK. Jeder Ballgast hat ein Los. Manchmal kommt es vor, dass der Spender des Hauptgewinns auch das große Los zieht – so gewann Bahn-Chef Hartmut Mehdorn einst die Jahresnetzkarte der Deutschen Bahn. Großer Trubel im Saal - Mehdorn gab die Karte dann wieder für eine erneute Auslosung frei.

Was passiert an den Büfetts?

Da können sich die Augen nicht nur über die drapierten Speisen erfreuen, sondern auch über Showacts der Köche. Zum Beispiel bei den Desserts. Dort wollen sie eine Mauer aus Pralinen zum Einstürzen bringen…

Was macht Verona Feldbusch?

Sie kommt nicht, weil sie nicht eingeladen ist. „Bei diesem Ereignis legen wir Wert auf eine andere Kategorie von Prominenten“, sagt Alfred Gärtler, der Organisator. Auf der Liste stehen ganz bewusst und traditionell nur wenige Prominente aus Show und Film. Einzige rühmliche Ausnahme ist in diesem Jahr Mario Adorf.

Mit wem kommt Joschka Fischer?

Vor kurzem, am Gendarmenmarkt, ist sie an seiner Seite fotografiert worden: Minu, eine hübsche dunkelhaarige 25-Jährige, angeblich des Außenministers neue Freundin. Bringt er sie mit zum Ball? 1998 war er dort auch das erste Mal mit Nicola Leske aufgetaucht, der späteren Frau. Von der ist er seit kurzem geschieden. Aber: „Angemeldet ist Herr Fischer allein“, sagt Organisator Gertler.

Wer trägt das schönste Kleid?

Schwer zu sagen. Die Liste der jüngeren Frauen ist erschreckend kurz – eingeladen sind die Macher der Republik, und nirgendwo offenbart sich das Gefälle zwischen männlichem und weiblichem Führungspersonal deutlicher als auf der Liste des Presseballs. Christina Rau war im vergangenen Jahr sehr elegant, genauso wie Maria-Theresia Piepenbrock. Von den Politikerinnen ist wohl eher weniger zu erwarten. Kerstin Müller hatte sich 2002 eine Löckchenfrisur zugelegt. Und Claudia Roth kam im Anzug samt Shoppingtasche…

Wie lange reichen 1700 Flaschen Champagner?

„Den ganzen Abend“, hofft Food-and-Beverage-Manager Daniel Michalski. Aus Erfahrung weiß er, dass beim Ball pro Kopf eine halbe Flasche Champagner getrunken wird. Und dann nochmal anderthalb Flaschen Rot- oder Weißwein. Und eine Flasche Wasser. Aber wenn der Champagner nicht reicht (wie beim ersten Berliner Bundespresseball vor fünf Jahren!), dann sind ja auch noch 1200 Flaschen Sekt da.

Was tun eigentlich die 280 „Logistik-Manager“?

Komplizierter Titel – hinter dem sich Möbelpacker verstecken. Das Hotel Interconti verfügt mit dem „Convention Ressort“ über eine eigene Abteilung, deren Mitarbeiter nur die Umbauten der Räume planen und Technik, Tische, Stühle, Bühnen und Deko aufbauen. Sie entscheiden auch über die Bestuhlung: Gala oder Theater? Diesmal ist es Gala. Gleich, nachdem die Letzten gegangen sind, beginnen sie, den Saal Potsdam fürs Finale des Davidoff Gourmet Festivals umzurüsten. Wo wird’s gemütlich – wo liegen die 100 asiatischen Seidenkissen?

Eine Flut von Seidenkissen – das hört sich an, als dürfte man da die schmerzenden Füße hochlegen. Die perfekte Ecke zum Zurückziehen ist die Wintergartenlounge. Hier hat Deko-Chefin Tanja Hellmann von der Agentur „All 4 Design“ die Kissen rund um Riesenkübel mit Bäumen ausgebreitet – fast wie beim Picknick sitzt man da. Noch ein bisschen stiller ist es im angeschlossenen „L.A.-Café“. Dies ist der Chill-out-Bereich mit Streublüten, Windlichtern, tiefen Sofas und gedämpftem Licht. rcf / oew

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