Ein Jahr nach Deckenschaden : Bahnhof Friedrichstraße noch immer nicht repariert

Vor einem Jahr fiel in der Halle des Bahnhofs Friedrichstraße ein 20-Kilo-Betonbrocken herunter. Der Schaden ist noch immer nicht behoben. Anders als im vorigen Jahr soll es Silvester aber kein Problem geben.

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Gerüstbauer an der Unglücksstelle.Weitere Bilder anzeigen
Foto: Marc Röhlig
13.12.2012 14:05Gerüstbauer an der Unglücksstelle.

Ein Jahr nach dem Absturz eines Betonbrockens aus der Decke sind im Bahnhof Friedrichstraße die Reparaturarbeiten noch immer nicht abgeschlossen. Sie erstrecken sich noch ins nächste Jahr hinein, teilte ein Bahnsprecher auf Anfrage mit. Die Kosten der über einjährigen Sanierung könne man erst nach dem Ende aller Maßnahmen beziffern.

Mitten in der belebten Halle war am 13. Dezember ein rund 20 Kilogramm schwerer Betonbrocken an der Decke abgebrochen, hatte eine Zwischendecke durchschlagen und war dann auf den Fußboden geknallt und dort zerbrochen. Nur durch viel Glück gab es keine Verletzten.

In den 90ern wurde der Bahnhof saniert

Bei der Sanierung des Gebäudes in den 90er Jahren war der Beton an den sogenannten Gleiströgen angebracht worden, die wie Brücken den Bahnhof durchqueren – entgegen den Vorschriften. Auf diesen Trögen liegen auch die Bahnsteigplatten auf. Der Beton verhinderte nach Angaben der Bahn nun, dass sich bei Temperaturschwankungen oder auch bei Zugfahrten der Stahl bewegen konnte. Durch die jahrelange Spannung war es wahrscheinlich zum Absturz gekommen. Zu sehen war von dem Baumurks nichts, denn die Gleiströge und Bahnsteigplatten sind durch den Einbau einer Rigips-Zwischendecke verdeckt. Kontrollluken in der Decke gab es nicht.

Große Teile des Bahnhofs mussten abgesperrt werden, zahlreiche Geschäfte vorübergehend schließen. Noch immer sind nicht alle geöffnet. Mit den Mietern habe man unterschiedliche Entschädigungsvereinbarungen getroffen, sagte der Bahnsprecher. Details könne man aber wegen der vertraglichen Regelungen nicht nennen.

Betonbrocken im Bahnhof Friedrichstraße durch die Decke gestürzt
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13.12.2012 14:05Gerüstbauer an der Unglücksstelle.

In mühevoller Kleinarbeit wurde in den vergangenen Monaten der überflüssige Beton entfernt. Diese Arbeiten seien gut vorangekommen, teilte der Bahnsprecher mit. Die erforderlichen Gerüste konnten inzwischen zum größten Teil abgebaut werden. Allerdings ziehe sich das Begutachten der Gleiströge in die Länge, sagte der Bahnsprecher. Deshalb müssten weiterhin abschnittsweise Gerüste errichtet und Mietflächen gesperrt werden.
Immerhin: Silvester kann der Bahnhof geöffnet bleiben. Vor einem Jahr hatte ihn die Bahn an diesem Tag wegen der aufgestellten Gerüste und der daraus entstandenen Enge aus Sicherheitsgründen geschlossen.

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