Berlin : Ein neuer Ort für Businessjets

Heute nimmt der ausgebaute Flugplatz Schönhagen südlich von Berlin den Betrieb auf

Rainer W. During

Am Donnerstag wird der vier Millionen Euro teure Ausbau des Flugplatzes Schönhagen (Landkreis Teltow-Fläming) in Betrieb genommen. Während die Bemühungen um den Erhalt des City-Airports Tempelhof durch das Urteil des Oberverwaltungsgerichtes am Montag einen weiteren Rückschlag erlitten haben, können südlich Berlins jetzt auch kleinere Businessjets landen.

Längst ist die ehemalige Flugschule der DDR-Gesellschaft für Sport und Technik der größte Verkehrslandeplatz in den neuen Bundesländern. Über 100 Flugzeuge sind dort stationiert. Der Luftfahrt-Technologiepark zählt 25 Firmen, hier werden Kleinflugzeuge gebaut und Verkehrspiloten geschult. Mit über 40 000 Flugbewegungen im Jahr starten und landen in Schönhagen so viele Maschinen wie in Tempelhof.

Bereits im vergangenen Sommer hatte sich die kreiseigene Betreibergesellschaft mit Anwohnern und Naturschützern vor Gericht auf einen Vergleich geeinigt. Daraufhin konnte die Hauptlandebahn um 350 auf 1550 Meter verlängert werden. Gleichzeitig wurde die Notlandebahn asphaltiert, das Vorfeld um 13 Flugzeug-Parkplätze erweitert. Damit entspricht der Platz den neuesten Bestimmungen und kann von Maschinen bis zu zwölf Tonnen Startgewicht (bisher 5,7 Tonnen) genutzt werden.

Eine Konkurrenz für Tempelhof soll der Flugplatz nicht sein, sagt Geschäftsführer Klaus-Jürgen Schwahn. Auch neben dem Zentralflughafen habe sich Schönhagen hervorragend entwickelt. Im Speckgürtel zwischen Potsdam und dem Schönefelder Kreuz sei man bestens positioniert. Darüber hinaus wird derzeit der Bau einer neuen Flugzeughalle vorbereitet. Für die Standplätze gibt es bereits eine Warteliste. Viele Besitzer von jetzt noch in Schönefeld stationierten Privatmaschinen planen wohl den Umzug.

Mit dem künftigen Airport Berlin Brandenburg International (BBI) in Schönefeld ist eine enge Kooperation geplant. „Wir wollen uns zu einem Ergänzungsflughafen für den BBI entwickeln“, sagt Schwahn. Ein Vertreter der Berliner Flughäfen sitzt im Schönhagener Aufsichtsrat. An eine finanzielle Beteiligung ist jedoch nicht gedacht.

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