Berlin : Ein Revolutionär der Kaufkultur

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Das kleine Dorf Birnbaum in Posen war die Wiege der deutschen Warenhauskultur. Hier wuchsen die Brüder Tietz auf, die den Deutschen um die Jahrhundertwende ein ganz neues Einkaufsgefühl bescherten. Über Oscar Tietz , den eher aufrührerischen Typen mit dem unstillbaren Hunger nach Lektüre jeglicher Art, sprach der Geschäftsführer von Berliner Handelsverbänden, Nils BuschPetersen , im Lichthof des KaDeWe bei der Präsentation neuer jüdischer Miniaturen. Herausgeber der im Hentrich & Hentrich Verlag erschienenen Reihe ist der Leiter des Centrum Judaicum, Hermann Simon , der sich manche Frotzelei gefallen lassen musste, weil er bei den Autoren immer sehr auf Einhaltung der Abgabetermine achtet. Mit dabei war auch Klaus Schütz , der eine Miniatur über Heinz Galinski verfasst hat. Ruth Galinski war ebenso gekommen wie Traudl Rosenthal . Auch über Hans Rosenthal gibt es eine neue Buchminiatur. Nils Busch-Petersen bedauerte in seinem kurzen Vortrag, dass es zwar im Geburtsort von Oscar Tietz, der heute in Polen liegt, eine „Tietzstraße“ gibt, nicht aber in Berlin. 1926 gelang den Söhnen des auch sozial sehr engagierten Warenhauspioniers ein ganz besonderer Coup. Sie übernahmen das KaDeWe, das schon damals das Flaggschiff der deutschen Warenhauskultur war. Insofern war es sicher ein besonders angemessener Ort, um an Oscar Tietz zu erinnern, dem Bücher auch in seinen späteren Jahren so wichtig waren, dass er sie nicht nur verkaufte, sondern auch verlieh. Bi

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