Berlin : Ein Schul-Campus mitten im Universitätsviertel

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Dahlems alte Kinderklinik kommt zu neuen Ehren: Nach den Sommerferien wird die Berlin International School (B.I.S.) mit ihren Grundschülern in das frisch renovierte Gebäude einziehen. Damit entsteht in der Lentzeallee eine Art Campus, denn das alte Zollgebäude auf dem Nachbargrundstück ist bereits seit einem Jahr in der Hand der B.I.S. . Hier werden künftig Kita-Kinder und Oberschüler unter einem Dach vereint sein. Mit den neuen Räumlichkeiten ist der Aufbau der 1998 gegründeten internationalen Schule zumindest äußerlich abgeschlossen. Intern aber geht die Expansion weiter, denn aus den jetzt 350 Schülern sollen 650 werden.

Die Nachfrage nach der bilingualen Schule (deutsch-englisch) ist groß, denn es gibt in Berlin und Brandenburg nur wenige Möglichkeiten, das Internationale Abitur zu erwerben. Dafür zahlen die Familien pro Jahr immerhin rund 8000 Euro. Die Vorschule kostet 7200 Euro. Trotz dieser finanziellen Hürden melden sich so viele deutsche Familien an, dass nicht alle Kinder angenommen werden können. 50 Prozent der Plätze sind für internationale, englischsprachige Schüler reserviert, damit das bilinguale Konzept aufgeht.

Der Aufbau einer derart ambitionierten Schule ist nicht ohne Tücken. „Man kann viel falsch machen“, resümiert Geschäftsführer Andreas Wegener. Das richtige Kollegium muss zusammengestellt, die Unterrichtsmethoden müssen abgestimmt werden. Zudem hat man es mit einer hohen Fluktuation zu tun, da viele mobile Familien aus Diplomaten- und Wirtschaftskreisen zur Klientel gehören. Und schließlich gab es noch das Raumproblem zu lösen.

In der Aufbauphase war die B.I.S. in der Steglitzer Körnerstraße untergebracht. Dort betreibt ihr Träger, die Private Kant-Schule, noch eine Kaufmännische Berufsfachschule und eine Gesamtschule. Dass die Expansion innerhalb Dahlems so lange dauerte, lag nicht zuletzt daran, dass sich der Erwerb der 1908 errichteten alten Dahlemer Kinderklinik über Jahre hinzog. Das Gebäude Lentzeallee 12-14 war seit den sechziger Jahren bis 1996 von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung genutzt worden und dann dem Liegenschaftfonds zugefallen. Zwischenzeitlich hatte ein anderer Investor den Zuschlag erhalten, bis nach etlichen Querelen und einer Zahlung von rund 13 Millionen Mark die Private Kant-Schule mit dem Vorhaben „B.I.S.“ das Rennen machte.

Dass dieser Schulträger aus einem heruntergekommenen Gebäude ein Schmuckstück machen kann, hatte er bereits mit der Sanierung des 90 Jahre alten Zollgebäudes an der Lentzeallee 10 bewiesen. Hinter der prächtigen Außenfassade verbergen sich helle kindgerechte Räume. In jeder Etage dominiert eine andere Farbe, damit sich auch die Kleinsten schnell zurechtfinden. Der marode Keller wurde zu einer lichten Mensa umfunktioniert. Hier findet jeden Donnerstag eine große Assembly (Versammlung) statt, zu der einzelne Klassen etwas aufführen. Außerdem werden jedes Mal Schüler ausgezeichnet, die in der vorangegangenen Woche etwas Besonderes auf die Beine gestellt haben.

Die Mitarbeit der Eltern ist rege. „Ausländische Eltern fragen sofort, wo sie mitmachen können“, beschreibt Wegener seine Erfahrungen. Die deutschen Familien seien da zurückhaltender. Dabei gibt es viele Möglichkeiten, sich einzubringen: Ein Vater bietet Querfeldeinlauf, eine Mutter übt mit den Kindern die Papierfalttechnik Origami, andere helfen in der Bibliothek.

Weiterer frischer Wind kommt jetzt noch direkt aus London hinzu: Die zukünftige Schulleiterin, eine US-Amerikanerin, hat in der britischen Hauptstadt fünf Jahre lang die „American Community School“ geleitet und will jetzt der Berlin International School den letzten Schliff geben. S. Vieth-Entus

Einkommensschwache Familien können sich bis 31. Mai um ein Stipendium bei der B.I.S. bewerben. Sehr gute Englischkenntnisse und eine Aufnahmeprüfung sind Voraussetzung (Bewerbungen an: Berlin International School, Körnerstraße 11, 12169 Berlin). Weitere Informationen gibt es unter www.berlin-international-school.de

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