Berlin : Ein schwerer Fall

Der Weihnachtsbaum am Breitscheidplatz ist da – und machte gleich Probleme

Tim Klimeš

Hätte es nicht auch einem vorweihnachtlichen Wunder geglichen? Eine vollauf geglückte Weihnachtsbaumanlieferung am Breitscheidplatz? Nach all den Jahren der Baummiseren – nach einem entzweigebrochenen Baum, nach zu mickrigen, zu wenig grünen Ästen? Es ging wieder nicht ohne Komplikationen. Diesmal war der Baum erst zu hoch, nach dem Zurechtstutzen noch zu schwer – und dann der Schwerlastkran zu kurz. Irgendwas ist immer.

Dabei sah es vielversprechend aus, als die Tanne, in diesem Jahr ein Geschenk aus Bad Tölz, gestern Mittag per Schwertransport aus dem Oberbayerischen angefahren kam: 24 Meter hoch, acht Tonnen schwer. „Bad Tölz grüßt Berlin“ stand auf dem Laster, neun Stunden und 640 Kilometer Fahrt hatten der gespendete Baum und seine vier Begleiter da bereits hinter sich.

Doch Klaus Pelikan, Kurdirektor aus Bad Tölz, blieb anfangs zurückhaltend. „Ich bin erst zufrieden, wenn der Baum steht“, sagte er, als das Geschenk noch über dem Berliner Asphalt schwebte. Pelikan war als Baumbotschafter aus Bad Tölz mitgefahren, um dem Berliner Schaustellerverband die Tanne für seinen Weihnachtsmarkt zu übergeben.

Pelikans Pessimismus war angebracht, denn die 70 Jahre alte Solitärtanne wollte anfangs nicht einmal stehen. Da die Kraft des bestellten Krans nicht ausreichte, um den Baum in das Loch am Breitscheidplatz einzulassen, hing sie erst einmal in den Seilen. Erst ein „kräftigerer Kran“, sagte Peter Zocher, Vorsitzender des Schaustellerverbands, konnte die Tanne vor der Gedächtniskirche platzieren.

Am 26. November wird Zocher mit Abgeordnetenhauspräsident Walter Momper und dem Bürgermeister von Bad Tölz die Tanne übergeben und den Weihnachtsmarkt eröffnen. 1000 Lampen sollen den Baum dann schmücken. Schon jetzt mache er keinen schlechten Eindruck, sagte ein Passant. „Wir werden ja nicht immer Pech haben.“ Tim Klimeš

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