Berlin : Ein Stück Wintergarten zu verkaufen

Kulturveranstalter Peter Schwenkow sucht Partner für den Betrieb des Varietés

Stefan Jacobs

Kulturveranstalter Peter Schwenkow will sich vom Wintergarten-Varieté in der Potsdamer Straße trennen – zumindest ein bisschen. „Wir suchen keinen Investor, sondern einen Partner“, sagte er dem Tagesspiegel. Die von ihm als Vorstandschef geführte „Deutsche Entertainment AG“ (Deag) wolle sich auf Kerngeschäftsfelder wie das Tournee- Management von Stars und „Entertainment Service“ konzentrieren – speziell auf Klassik. „Das kleine, aber heiß geliebte Wintergarten-Varieté ist nicht mehr Kerngeschäft.“ Potenzielle Partner seien bereits gefunden.

Schwenkow selbst hat das Varieté vor 16 Jahren eröffnet. Die Abkehr habe keine wirtschaftlichen Gründe, versichert er: Der Wintergarten sei „ein Hobby mit einer schwarzen Null. Varietés haben immer eine Fieberkurve: In den ersten drei bis fünf Jahren ist ein gewisser Neuheiten-Effekt da, dann wird es Business as usual.“ Mit der aktuellen Auslastung von rund 60 Prozent sei er „extrem zufrieden“. Im Interesse ihrer Aktionäre müsse die Deag aber ihre Ressourcen bündeln. Der Aktienkurs ist seit Jahresbeginn um reichlich 20 Prozent gefallen. „Weder für das Personal, noch für die Besucher, noch für die Stadt Berlin wird sich etwas ändern“, sagte Schwenkow. Entsprechend gelassen ist auch die Stimmung im Wintergarten: Man wisse, dass man eine Perle sei, die starke Partner locken könne, hieß es.

Schwenkow, der auch die Waldbühne betreibt, will neben dem Wintergarten auch den mit 369 Plätzen etwas kleineren „Friedrichsbau“ in Stuttgart ausgliedern. Nicht nur geschäftlich, sondern auch politisch organisiert sich der 52-Jährige gerade neu: Nach 28 Jahren als Karteileiche ließ er sich von CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger wiederbeleben. Mitte März nominierte ihn der Kreisparteitag Charlottenburg-Wilmersdorf für die Abgeordnetenhauswahl. Schwenkow tritt im Wahlkreis Grunewald-Halensee gegen keinen Geringeren als Klaus Wowereit an. Er sagt, seine Kandidatur sei ernst gemeint. Mitglieder aus der freien Wirtschaft täten dem Abgeordnetenhaus gut, findet er. Und sein Vorgänger Peter Kurth habe vorgeführt, wie gut sich die Jobs eines Halbtagsparlamentariers und eines Unternehmensvorstandes verbinden lassen.

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