Berlin : Einbruch mit dem Lkw

Drei Männer stehen vor Gericht, weil sie einen Geldautomaten aus der Verankerung reißen wollten

Ein großer Laster sollte doch mit einem vergleichsweise kleinen Geldautomaten fertig werden. Das dachten sich die Ganoven und stahlen einen Lkw für ihr Vorhaben, einen Geldautomaten aus der Verankerung zu reißen. Dabei verursachten sie einen Höllenlärm, der Geldautomat blieb aber stehen. Vor Gericht blieb den gescheiterten Dieben gestern nur die Erkenntnis: „Die Tat war eine absolute Dummheit.“

Zwei der drei Angeklagten waren dabei, als im März 2006 ein Laster und ein Kleintransporter vor die Sparkassenfiliale in der Muskauer Straße in Kreuzberg rollten. Beide Fahrzeuge waren zuvor gestohlen worden. Es war gegen 4.20 Uhr, als die Angeklagten Kadir D., 23, und Sinan P., 25, sowie ein weiterer Komplize ein Stahlseil um den Geldautomaten spannten und am Kleintransporter eine Blechplatte als Rampe anbrachten. Das Seil schoben sie durch den Mercedes Vito und dessen herausgedrückte Frontscheibe, um es an dem Lkw zu befestigen, der vor dem Vito stand.

Der Motor der Zugmaschine heulte auf. Die Ganoven warteten auf den großen Ruck, erlebten jedoch eine lärmende Rutscherei. Der Lkw war machtlos gegen die Bodenverankerung des Geldautomaten und prallte gegen geparkte Autos. Anwohner schreckten auf, das Trio gab auf und flüchtete zu Fuß. Eine DNA-Spur aber brachte die Ermittler auf die Spur des Mannes, der den Lkw gestohlen hatte. Halit D. (31), der nach eigenen Angaben nichts von dem Automatenplan der anderen wusste, packte aus.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die drei Haupttäter als Bande agierten. Sie hätten kurz vor der Tat beschlossen, „arbeitsteilig Einbruchdiebstähle“ zu begehen. Das aber bestritten Kadir D. und Sinan P. vehement. Nur eine Tat sei geplant gewesen. Durch einen Film über einen Bankraub mit einem Fahrzeug seien sie auf die Idee gekommen. Die Filiale in Kreuzberg hätten sie ausgesucht, weil ihnen die Gegend bekannt sei. Halit D. sei als „Profi“ gebeten worden, eine Zugmaschine zu besorgen. Der Mann für den Laster allerdings erklärte, er sei zu der Tat genötigt worden. Der Prozess gegen die drei mehrfach vorbestraften Männer wird am Montag fortgesetzt. K. G.

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