• „Eine Spritze mit Adrenalin hilft sofort“ Tod nach Wespenstich: Hilfe kam für Frau zu spät

Berlin : „Eine Spritze mit Adrenalin hilft sofort“ Tod nach Wespenstich: Hilfe kam für Frau zu spät

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Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen an einem Wespenstich, weil sie auf das Gift allergisch reagieren. Jüngstes Opfer in Berlin: Eine 77Jährige, die in der vergangenen Woche im Unfallkrankenhaus Berlin an den Folgen des allergischen Schocks starb. Ingo Bach sprach mit Torsten Zuberbier, Leiter der Europäischen Stiftung für Allergieforschung an der Charité.

Woran erkennt man, dass man allergisch auf Wespenstiche ist?

Eindeutige Symptome sind Quaddeln, Luftnot oder Kreislaufkollaps. Aber auch schon Schwellungen mit mehr als zehn Zentimetern Durchmesser deuten auf eine allergische Reaktion hin. Bei entsprechendem Verdacht sollte ein Allergiespezialist aufgesucht werden.

Welche Stiche sind die gefährlichsten?

Ohne Zweifel die im Mund oder Rachen. Zum einen, weil die Schleimhäute sehr gut durchblutet sind und das Wespengift schnell im Körper verteilt wird. Zum zweiten können hier die Schwellungen zum Erstickungstod führen.

Wie wird eine akuter Anfall behandelt?

Mit schnell wirkenden Mitteln, wie Antihistaminika und kortisonhaltigen Arzneien. Außerdem hilft bei starken Reaktionen, wie zum Beispiel einem drohenden Kreislaufkollaps, eine Spritze mit Adrenalin binnen Sekunden. Die gibt es als Fertigspritzen. Menschen mit Wespenstichallergie sollten sich von ihrem Allergologen ein Notfallset zusammenstellen lassen.

Kann man diese Form der Allergie heilen?

Eine Chance dafür ist die Hyposensibiliserung. Dabei wird Patienten über drei Jahre in zunächst steigenden Dosen das Gift injiziert. Der Körper gewöhnt sich daran, so dass 90 Prozent der Patienten vor allergischer Reaktion geschützt sind.

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