Berlin : Eine Türkin für Deutschland?

Warum die Sängerin Aynur beim Songwettbewerb Chancen hat

Suzan Gülfirat

„Aynur grüßt alle“, stand vor kurzem auf der Titelseite der türkischen Tageszeitung „Hürriyet“. Dann sagte die türkische Sängerin Aynur Aydin der Zeitung: „Ich bin sicher, dass mich die Türken am 7. März nicht vergessen werden.“ Die Türken gehören zu den am meisten begeisterten und aktiven Zuschauern des Schlager-Grand-Prix. Das haben Schlagerproduzenten längst erkannt. In den letzten Jahren hatte es aus Deutschland stets die höchste Punktzahl für die Türkei gegeben. Am Freitag ist der deutsche Vorentscheid, der Sieger vertritt dann Deutschland beim internationalen Wettbewerb in Lettland. Wird das eine Türkin sein?

Die größte türkische Boulevardzeitung „Hürriyet“ ist der offizielle Medienpartner der Band „Tagträumer feat. Aynur“, weshalb sie seit Wochen für Aynur und ihre deutsche Truppe kräftig die Werbetrommel rührt. Wahrscheinlich wäre die Band um den Ex-Enigma-Sänger Andy Jonas der Zeitung nicht aufgefallen, gäbe es nicht die türkischstämmige Sängerin. „Aynur wird der Welt die Friedensbotschaft in drei Sprachen vermitteln“, hieß es. Vergangenen Sonnabend sah der Leser die in München geborene Musikerin zusammen mit „Andy“ am Bosporus. Als Kulisse diente die bekannten Brücke, die Orient und Okzident miteinander verbindet. Ihre Botschaft dieses Mal: „Unser Lied ist für den Frieden.“

„Hürriyet“ schickt neben „YAM“, „Bild“, der „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und der „taz“ einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Das Stück „Living In A Perfect World – Mükemmel Dünya Icin“ wird Aynur zusammen mit ihrem deutschen Gesangspartner im Duett auf Deutsch, Englisch und Türkisch singen, schrieb die Zeitung.

Wie viele Anhänger „Tagträumer feat. Aynur“ in Kreuzberg, Wedding, Neukölln und anderswo tatsächlich sitzen haben, wird sich morgen zeigen. In Berlin leben knapp 180 000 Türken, deutschlandweit sind es immerhin mehr als zwei Millionen. Insofern dürfte die Gruppe mehr Chancen haben, als der „Junge mit der Gitarre“, der für die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ in den Ring steigt.

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