Berlin : „Einer der größten Gewinnbringer für Siemens“

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Als Geburtsstunde des Gasturbinenwerks gilt der 27. Februar 1904, an dem die Allgemeine DampfturbinenGesellschaft gegründet wurde. Die Turbinen wurden in Kraftwerken und auf Schiffen eingesetzt, im Gründungsjahr etwa in der Dortmunder Zeche „Scharnhorst“, ein Jahr später auf dem Seebäderdampfer „Kaiser“. 1909 entstand die heute denkmalgeschützte Halle von Peter Behrens, an deren Giebel noch immer der Name AEG steht.

ROTE TURBINE

Die Arbeiter des Moabiter Turbinenwerks waren politisch sehr engagiert. 1916 gab es einen Protest gegen die Verhaftung Karl Liebknechts. Am 9. November 1918 verließen Arbeiter die Fabrik, um Kasernen zu stürmen und Gefangene zu befreien. Zwischen Mai 1944 und April 1945 wurden mehrere Mitarbeiter wegen ihres Widerstands gegen das NS-Regime hingerichtet, woran Gedenksteine auf dem Werksgelände erinnern.

DER NEUANFANG

Im Krieg war in der Turbinenhalle für die Rüstung produziert worden, 1945 wurden die Maschinen weitgehend demontiert, die Fabrik war zu 75 Prozent zerstört. Anfangs wurden Autobusse, Eisen- und Straßenbahnwagen, Motoren, aber auch kombinierte Heiz- und Kochherde repariert. 1947 begann erneut die Produktion von Kraftwerksturbinen. Bundeskanzler Konrad Adenauer und Bundespräsident Theodor Heuss besuchten das Werk.

NACH 100 JAHREN

Seit 1977 gehört das Werk komplett zu Siemens. Bis heute wurden von dort mehr als 400 Gasturbinen in alle Welt geliefert. Eine 266-Megawatt-Turbine kann eine Stadt mit über 220000 Einwohnern mit Strom versorgen. Wolf-Dietrich Krüger, Chef in Moabit, sieht das Werk als „einen der größten Gewinnbringer von Siemens“. ac

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