Berlin : Eislaufbahn auf dem Gendarmenmarkt ist noch nicht genehmigt

kög

Ob es innerhalb der Silvesterfeiern eine Eiskunstlauf-Veranstaltung auf dem Gendarmenmarkt mit Stars wie Katarina Witt geben wird, ist weiter ungeklärt. Landeskonservator Helmut Engel hat nach dem Gespräch mit dem Geschäftsführer der "Silvester in Berlin (SiB) GmbH", Willy Kausch, zehn Punkte als "Unzulänglichkeiten" an dem Projekt moniert. Dazu gehört etwa, dass die Bahn direkt mit dem auf dem Platz stehenden Schiller-Denkmal "verleimt werden" sollte. Auch Toilettencontainer und Lichterketten wurden beanstandet. Engel sagte, Kausch werde nachbessern, die Entscheidung liege beim Bezirk Mitte. Dort hieß es am Nachmittag, man habe noch keine neuen Pläne erhalten und werde keine Zustimmung erteilen, bevor nicht die Denkmalpflege ihr Okay gegeben habe.

Wie berichtet, veranstaltet die Gesellschaft "SiB" Berlins Millennium-Feier. Den Vertrag mit der Kausch-GmbH hatten Tiergarten und Mitte im März in Vertretung für das Land unterzeichnet. Nach Angaben von Willy Kausch hatte Mittes Baustadtrat, Thomas Flierl, vergangene Woche erstmals auf denkmalpflegerische Belange hingewiesen. Diesen Freitag sollte mit dem Aufbau begonnen werden, am 10. Dezember Katarina Witt die Show eröffnen. Bei der Pressestelle des Bezirksamtes Mitte hieß es gestern, da der Denkmalschutz "mehr Versagungs- als Zustimmungsgründe benannt" hat, könne man noch keine Erlaubnis erteilen. "Wir fühlen uns aufs Glatteis geführt", sagte die Pressesprecherin. Der Bezirk werde "zwischen Mühlsteinen zerrieben": Auf der einen Seite stehe das Interesse der Stadt, des Bezirks und der Geschäftsleute, eine attraktive Veranstaltung zu bieten, auf der anderen Seite stehe der Denkmalschutz. Die Eisbahn-Planungen seien immer wieder überarbeitet worden. Der Landeskonservator verwies auf die Bedenken des Landesdenkmalrates, historische Stätten würden "durch den Wolf gedreht". Ob nun auch andere Teile der Silvesterfeiern neu überdacht werden müßten - dazu konnte weder Willy Kausch, der Bezirk Mitte noch die Senatspressestelle etwas sagen.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben