Berlin : Endlich an der roten Ampel stehen

Anwohner fordern sicheren Fußgängerweg am Bahnhof Ostkreuz.

Stefan Kuhfs
Signale für eine Ampel. Maren Sigmund will, dass ihr Sohn künftig gefahrlos die Straße überqueren kann. Foto: Kuhfs
Signale für eine Ampel. Maren Sigmund will, dass ihr Sohn künftig gefahrlos die Straße überqueren kann. Foto: Kuhfs

Berlin - Die Internetseite, auf der das Land Berlin über die umfangreichen Bauarbeiten am Bahnhof Ostkreuz informiert, zeigt viel Grün und schmale Straßen. Doch noch ist von dieser Idylle nicht viel zu sehen. Auf der Hauptstraße, die gleich am Bahnhof liegt, herrscht dichter Verkehr. Und um die Frage, wie schnell hier eine Fußgängerampel gebraucht wird, gibt es Streit.

Knapp 30 000 Fahrzeuge sind hier täglich unterwegs. Gleich am Bahndamm biegt die Kynaststraße in die Hauptstraße ein. Eine Ampel für Fußgänger fehlt an der Kreuzung, die nächste Anlage liegt fast 500 Meter weiter. Und so lässt sich beobachten, wie zwei Mädchen mit Schulranzen Hand in Hand über die Straße rennen. Als sie auf der anderen Seite angekommen sind, donnert ein gelber Betonmischer an ihnen vorbei.

Vor wenigen Wochen kam es an der Stelle zuletzt zu einem schweren Unfall: Ein vierzehnjähriges Mädchen, das die Kreuzung überqueren wollte, wurde von einem vorbeifahrenden Tanklastzug erfasst. Bauarbeiter kamen dem Mädchen zu Hilfe. Es erlitt ein Schädelhirntrauma und musste für Wochen ins Krankenhaus.

Ein Netzwerk von Initiativen rund um das Ostkreuz macht sich seit einiger Zeit für die Installation einer Ampel an dieser Kreuzung stark. „Ich lasse meine Kinder hier inzwischen nicht mehr allein entlanggehen. Die Straße ist mir zu gefährlich“, sagt beispielsweise Maren Sigmund, die mit ihrem Sohn regelmäßig am Bahnhof vorbei muss.

Die Hauptstraße soll in den nächsten Jahren vierspurig ausgebaut werden. Erst dann ist an der Kreuzung auch eine Ampel geplant. Doch das dauert vielen Anwohnern zu lange, und so fordern sie wenigstens eine provisorische Anlage. Hilfesuchend wandten sie sich an die Behörden. Doch es sei kein Geld da, habe die Verkehrslenkung des Senats nach Angaben der Bürgerinitiative mitgeteilt.

Auf Nachfrage sagte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Verkehr, an dieser Stelle sei der Verkehr nicht sehr dicht. Ohnehin seien Autofahrer stets angehalten, rücksichtsvoll mit Fußgängern umzugehen. Stefan Kuhfs

1 Kommentar

Neuester Kommentar