Berlin : Engel des Tages: Ein Museum zum Aufessen

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Unsere "Engel des Tages" - das sind Menschen, die Weihnachten ein bisschen schöner machen, mit Nächstenliebe, Witz oder Kreativität. Heute: die Knusperhäuschen-Architekten Irina Koerdt und Gunnar Klack.

" ... und als sie ganz nahe herankamen, so sahen sie, daß das Häuslein aus Brot gebaut war und mit Kuchen gedeckt; aber die Fenster waren von hellem Zucker." Dann futterten Hänsel und Gretel, bis sie kugelrunde Bäuche hatten. Sinngemäß. Im Märchen steht es ein bisschen umständlicher. Meist ist in Gebrüder-Grimm-Sammlungen an dieser Stelle ein Haus abgebildet: klein, viereckig, mit tief heruntergezogenem, spitzgiebeligen Dach. Aber: Muss sich die Form eines Knusperhäuschens immer nach dem Diktat der Gebrüder Grimm richten?

Nö, sagen die beiden Architekturstudenten Gunnar Klack und Irina Koerdt. Höchste Zeit für den Sturm auf diese angestaubte Märchenbastion. Im Auftrag einer Wochenzeitung testeten sie, wie sich berühmte Bauten - zum Beispiel Daniel Libeskinds Jüdisches Museum in Berlin oder auch Axel Schultes Kanzleramt in Teig und Baiser umsetzen lassen. Für den Tagesspiegel haben sie nun die Rezepte und Schablonen zusammengetragen und eine Internetseite eingerichtet. Zum Selbermachen, vielleicht auch zum Verschenken.

Damit Sie gleich mit dem Einkaufen anfangen können, hier schon mal das Rezept für einen der duftenden Prachtbauten: für das Kollhoff-Gebäude am Potsdamer Platz. Sie brauchen:

400 Gramm Honig, 100 Gramm brauner Zucker, 150 Gramm Butter, 800 Gramm Mehl, Lebkuchengewürz nach Gusto, zwei Eier, zwei Teelöffel Hirschhornsalz, vier Esslöffel Milch.

Zuerst wird der Honig gekocht, bis er flüssig ist. Abkühlen lassen und später unter den zusammengerührten Rest mischen. Dank der aus Pappe gefertigten Schablonen, die man aus dem Internet herunterladen kann (www.gkik.de), können die einzelnen Bauteile formgenau ausgeschnitten werden. Die müssen dann noch etwa 15 Minuten bei 180 Grad im Ofen gebacken werden. Per Zuckerguss zusammenleimen, phantasievoll verzieren und fertig ist die Laube, pardon, der Kollhoff. Dafür einen Engel des Tages!

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