Berlin : Erfolgsgeschichte mit Teltower Rübchen

Claus-Dieter Steyer

14552 Wildenbruch, Kunersdorfer Str. 1. Tel. 033 205/623 79. Geöffnet montags bis sonntags 12 bis 23 Uhr, von Januar bis März am Mittwoch und Donnerstag geschlossen.Claus-Dieter Steyer

Das Experiment mit den Teltower Rübchen im Gasthof "Zur Linde" ist geglückt. Geschäftsführer Ralf Weißmann spricht sogar von einer regelrechten Erfolgsgeschichte. Viele Gäste würden nur wegen der erst vor rund zwei Jahren wiederentdeckten brandenburgischen Spezialität in sein Lokal kommen oder sich beim Studium der Speisekarte spontan für die kleinen Rübchen entscheiden. Ähnlich laufe das Geschäft auch bei anderen Gasthäusern in der Region südwestlich Berlins zwischen Beelitz und Teltow, die das einstige Volksnahrungsmittel unserer Großmütter wieder anbieten. Zu DDR-Zeiten war es weitgehend von den Feldern verschwunden. Erst ein nach der Wende ins Leben gerufener Verein forcierte den Wiederanbau.

Derzeit braucht der Neugierige zum Probieren nicht unbedingt in den Gasthof nach Wildenbruch bei Potsdam zu fahren. Ralf Weißmann bietet die Rübchen auch in seiner "Außenstelle" in der Brandenburg-Halle der Grünen Woche an. Dort gibt es die Köstlichkeit in Brühe und Honig angeschwenkt, als Rohkostsalat mit Spreewälder Sahnemeerrettich oder als feinen Kuchen mit Vanillesauce.

Doch die Speisekarte umfasst noch viele andere Spezialitäten, die es in dieser Art anderswo nicht gibt. Dazu gehören ein Fläming-Knacker auf herzhaftem Grünkohl mit Dampfkartoffeln und Perleberger Senf (15,60 Mark) oder die geschmorten Rippchen in Neuzeller Schwarzbiersauce mit Sauerkohl und Kräuterkartoffeln (18,60 Mark).

Mit seinem kleinen Messe-Restaurant machen Weißmann und sein Team inzwischen schon seit sechs Jahren Reklame für das Haupthaus in Wildenbruch. Das entstand am Ende des 19. Jahrhunderts, wenn auch ein Dorfkrug schon seit 1565 existierte, vielleicht sogar an der Stelle der heutigen "Linde". Doch auch das jetzige Gebäude weist durchaus eine bewegte Geschichte auf. Um 1937 baute der damalige Besitzer die ersten Fremdenzimmer für Berliner Ausflügler. Zum Kriegsende rückten sowjetische Truppen im Dorf ein, die aus dem Gasthof kurzerhand ein Casino machten. Die zogen Ende 1945 wieder ab, so dass wieder normale Gäste bedient werden konnten. Doch das Geschäft lief offenbar nicht sehr rosig, denn die LPG kaufte das Haus und richtete ein Büro und ein Lager ein.

Nach dem Ende der Genossenschaft kaufte schon 1990 der jetzige Besitzer das frühere Restaurant und öffnete ein Jahr später seinen Gasthof.

Der bietet heute nicht nur den Einheimischen einen gemütlichen Treffpunkt. Mit einem bunten Programm lockt er auch Auswärtige an. So gibt es am 14. Februar ein Valentins-Menü für Verliebte, ab Ende April beginnen die Spargelessen mit Live-Musik.Gasthof "Zur Linde", 14552 Wildenbruch, Kunersdorfer Str. 1. Tel. 033 205/623 79, Internet:

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