Berlin : Ermittler sehen das Restaurant aber nicht als eigentliches Ziel an

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Der Hintergrund des Anschlags auf das Restaurant "Maxwell" an der Bergstraße in Mitte ist noch immer nicht geklärt. Wie berichtet, hatte ein gutes Dutzend Vermummte am Sonntagabend gegen 21 Uhr die Scheiben des Restaurants, eines Einrichtungsgeschäftes und eines Architekturbüros zertrümmert und auf dem Hof Buttersäure ausgeschüttet.

Der Angriff, der nach Auffassung der Ermittler nicht mit dem Besuch des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider zusammenhängt, war detailliert vorbereitet, und die Flucht verlief offenbar planmäßig. Ihre Verfolger schüttelten die Angreifer ab, indem sie ein zum Hof führendes Eisentor mit einem mitgebrachten Fahrradschloss versperrten. Unter den betroffenen Gästen waren auch der Hertha-Spieler Michael Preetz und Team-Arzt Ulrich Schleicher.

Der Staatsschutz der Polizei geht davon aus, dass das eigentliche Ziel der Angreifer nicht das Lokal war, sondern dass die Tat sich gegen die Umstrukturierung des Kiezes richtet. Gegenüber dem Gewerbehof, in dem auch das "Maxwell" sitzt, wird derzeit ein Gebäudeteil umgebaut. Interessenten daran wird der betroffene Komplex als Beispiel und Vorbild vorgeführt. Dass in dem Gewerbehof auch ein Architekt sein Büro hat, der mit dem gegenüberliegenden Projekt allerdings nichts zu tun hat, müssten die Angreifer nicht gewusst haben, heißt es .

Auf das "Maxwell" war bereits Mitte der 80er Jahre ein Anschlag verübt worden, als es noch in Kreuzberg lag. Für die Betreiber war das damals der Grund, den Bezirk zu verlassen. Eine Gruppe Autonomer, die sich seinerzeit "Klasse gegen Klasse" nannte, wollte sich angeblich die "Kiezstruktur" nicht durch Nobel-Restaurants zerstören lassen. Das ehemalige "Auerbach" an der Köpenicker Straße in Kreuzberg war ebenfalls ein Angriffsziel.

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