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Erneut Angriff in U-Bahn : Zwei Männer am Bahnhof-Zoo mit Messer verletzt

In der Nacht zu Donnerstag fügte ein bislang flüchtiger Täter zwei Männern am Bahnhof Zoo Stichverletzungen zu. Einer der beiden musste sich einer Notoperation unterziehen.

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Am Bahnhof Zoologischer Garten kam es zum Streit zwischen fünf jungen Männern. Er endete in einer Messerstecherei - ein 20-Jähriger wurde lebensgefährlich verletzt.
Am Bahnhof Zoologischer Garten kam es zum Streit zwischen fünf jungen Männern. Er endete in einer Messerstecherei - ein...Foto: dpa

Mehrere Stichverletzungen fügte ein Unbekannter zwei Männern in der vergangenen Nacht in Charlottenburg zu. Kurz nach Mitternacht waren die Männer im Alter von 20 und 21 Jahren in einem Zug der U-Bahnlinie U 9 unterwegs, als sie nach bisherigen Erkenntnissen aus nichtigem Anlass mit drei anderen Männern in Streit gerieten, wie die Polizei mitteilte.

Die Kontrahenten stiegen am U-Bahnhof Zoologischer Garten aus. Während sich zwei der drei Unbekannten vom Bahnsteig entfernten, kehrte einer von ihnen zurück - offenbar, um die Auseinandersetzung fortzuführen. Dem 20-Jährigen fügte er nach ersten Erkenntnissen mehrere lebensgefährliche Stichverletzungen im Rückenbereich zu. Auch den zweiten Mann verletzte er mit einem Messer. Die Schwere der Verletzungen wurde den beiden aber erst bewusst, nachdem sie sich wieder in einen U-Bahn-Zug gesetzt hatten. Sie stiegen am U-Bahnhof Kurfürstendamm wieder aus und alarmierten Polizei und Feuerwehr. Ein Rettungswagen nahm den 20-Jährigen auf und brachte ihn in ein Krankenhaus, wo er notoperiert wurde. Sein Begleiter erlitt Stichverletzungen im linken Oberarm, die in einer Klinik ambulant behandelt wurden. Die 2. Mordkommission hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags übernommen.

Damit setzt sich die Serie von gewalttätigen Übergriffen im Öffentlichen Nahverkehr fort. Erst in der Nacht zu Sonnabend war es in U-Bahnstationen zu schweren Übergriffen gekommen. Gegen 2 Uhr überfielen Unbekannte einen 18-Jährigen an der Haltestelle Hermannstraße in Neukölln. Sie verprügelten ihn und raubten sein Geld. Etwa zur selben Zeit wurde ein 28-Jähriger am U-Bahnhof Wittenbergplatz attackiert und seiner Tasche beraubt. Beide Opfer erlitten leichte Verletzungen. Zuvor hatten brutale Überfälle, wie der am S-Bahnhof Lichtenberg und der am U-Bahnhof Friedrichstraße, für Entsetzen gesorgt.

Unabhängig von diesem jüngsten Fall stellte die Polizei auf einer Pressekonferenz die Statistik zur Gewaltkriminalität in Öffentlichen Verkehrsmitteln vor. Demnach ging die Gesamtzahl der Straften im ÖPNV im ersten Halbjahr 2011 gegenüber 2007 um 13 % zurück, im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr stieg sie jedoch um 15,6 %. Auch bei den Körperverletzungen in Bussen, Bahnen und Bahnhöfen zeigte sich die gleiche Tendenz: ein Rückgang um 8,9 % gegenüber 2007, ein Anstieg von 3,6 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2010. (tsp/dpa)

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