Berlin : Erneut Panne in zentraler Schulprüfung

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Nach der Panne im Zentralabitur im Fach Mathematik hat sich gestern erneut ein Fehler in einer berlinweiten Klausur eingeschlichen. Betroffen waren rund 22 000 Zehntklässler, die im Rahmen der Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA) eine Deutscharbeit schrieben. Die Senatsverwaltung für Bildung kündigte gegenüber dem Tagesspiegel an, die „Korrekturphasen“ im Vorfeld der MSA-Prüfungen künftig „anders zu planen“. Zudem müsse die betreffende Aufgabe nicht gewertet werden, falls sich herausstelle, dass ein Schüler damit ein Problem gehabt habe.

Konkret ging es um eine Frage zum Leseverständnis. Vorgegeben war ein Text über eine Reise Alexander von Humboldts. Diesem konnten die Schüler entnehmen, dass Humboldts Überfahrt nach Venezuela vom 5. Juni bis 16. Juli dauerte und er anschließend noch 75 Tage lang die dortigen Flüsse erkundete. Die Frage dazu lautete, warum Humboldt 75 Tage gebraucht habe, um Venezuela zu erreichen. Viele Schüler fragten sich, warum die Zeit vom 5. Juni bis 16. Juli mit 75 Tagen angegeben wurde. Oder sie überlegten, ob sie nun die Dauer der Flussreise oder die der Atlantiküberquerung begründen sollten.

Es sei „empörend und peinlich“, dass die Verwaltung es nicht schaffe, fehlerfreie Zentralarbeiten abzuliefern, fand ein Oberstudiendirektor, den Schüler auf die Ungenauigkeit hingewiesen hatten. Andere Kollegen waren nachsichtiger und auch Paul Schuknecht vom GEW-Schulleiterverband befand, dass derartige Fehler „menschlich“ seien. Er verstehe aber auch die Empörung der Schulen gegenüber der Bildungsverwaltung: Sie sei es ja, die die Lehrer „im Ton unangemessen abfertigt“, wenn ihnen ein Fehler passiere.

Die Aufgaben für die MSA-Prüfungen werden im Auftrag der Bildungsverwaltung von Lehrerteams erstellt. Das Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg koordiniert diesen Vorgang. „Wir werden den Korrekturmodus optimieren“, hieß es dort gestern selbstkritisch. Susanne Vieth-Entus

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