Berlin : „Es geht auch ohne Planetcom“

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DIE AKTUELLE FRAGE

Nur wenige Stunden nach dem am Mittwoch verkündeten Aus für die Love Parade meldete die Agentur „Machen & Tun“ eine Demonstration für den 10. Juli an – im Tiergarten am Tag und Ort der Parade. Diese Information des Tagesspiegels bestätigte die Versammlungsbehörde. Da das Prinzip gilt, dass der erste Anmelder zum Zuge kommt, hat die Agentur den „Zuschlag“, falls es bei der Absage bleibt. Jörn Hasselmann sprach mit dem Anmelder, der anonym bleiben möchte.

Was genau haben Sie angemeldet?

Eine Demonstration unter dem Motto „Mit Musik gegen den Ausverkauf der Musik – Für den Erhalt der Love Parade“. Das kann aus rechtlichen Gründen nicht Love Parade heißen, soll aber den Charakter haben.

Wann sind Sie auf die Idee gekommen?

Sofort, nachdem wir von dem Aus für die Love Parade erfahren haben.

Sie haben die Demo als Einzelner angemeldet?

Ja, aber ich habe ein Umfeld.

Was meinen Sie damit?

Wir sind aus der Independentmusik- und DJ-Szene, wir distanzieren uns vom Mainstream. Wir stellen uns zwar nicht gegen die Planetcom, glauben aber, dass es auch ohne sie geht.

Wenn der bisherige Veranstalter der Parade nicht genug Sponsoren gefunden hat, wie wollen Sie denn Sponsoren finden?

Wenn wir es schaffen, das als Demo anzumelden, dann geht es.

Weil dann die Stadt wieder die Kosten für die Müllbeseitigung übernimmt?

Ja.

Es hat aber im Jahr 2001 eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts gegeben, dass die Parade keine politische Demonstration ist.

Das soll unser Anwalt durchsetzen. Wenn ein Zug mit Musik nicht erlaubt wird, machen wir eben eine richtige Demonstration mit Transparenten und ohne Lautsprecherwagen. Auch dazu könnten 500 000 Leute kommen, und dann hätte Berlin große Kosten für den Polizeieinsatz und die Müllbeseitigung.

Glauben Sie denn noch an eine Einigung zwischen der Stadt und der Love Parade.

Ja.

Und was machen Sie dann?

Ich wäre dann aus dem Rennen. Ich will keine Konkurrenzveranstaltung zur Parade.

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