Berlin : Ethno-Filmfest: Bambule in Bogota

ac

Warum sind die Frauen von Entwicklungshelfern depressiv? Und warum besuchen Afrikaner und Asiaten nicht die Partys der Weißen? Der Peruaner Juan Alejandro Ramirez geht diesen Fragen in seinem Film "Faraway from here" nach, einem ungewöhnlichen Reisetagebuch, mit dem heute um 13 Uhr das 6. EthnoFilmfest in den Museen Dahlem, Lansstraße 8, eröffnet wird. Ramirez dreht dabei die übliche Perspektive des Ethnofilms um und blickt nun von Indien aus auf die Gebräuche der westlichen Welt.

140 Filme in zehn Tagen - das ist das ehrgeizige Programm des Festivals, dass sich diesmal vier Schwerpunktthemen widmet: Das erste sind die Aborigines, die Ureinwohner Australiens. Zum ersten Mal kommen jetzt über 40 Spielfilme und Dokumentationen, die von Aborigines selbst gedreht wurden, nach Europa. Beim zweiten Schwerpunkt geht es um Ghana. Dort hat sich das Genre der Juju-Filme entwickelt, das sich aus traditionellem Denken und typischen Elementen des Hollywood-Thrillers speist.

Der dritte Schwerpunkt sind Filme, die die homoerotische Seite fremder Kulturen zeigen wollen. Experimentalfilme mit politischem Anliegen gehören ebenso dazu wie romantische Komödien. Auftakt dieser Reihe ist die Nacht des schwul-lesbischen Films, die heute um 18 Uhr beginnt.

"Downtown Bogota" schließlich, der vierte Schwerpunkt, ist der Titel eines Projekts, das in den Randbezirken der kolumbianischen Hauptstadt entstand. Mitglieder von Jugendbanden, die in ihrer Fantasie ganz in der Welt der Fernsehkrimis und der Hollywood-Reißer leben und die am untersten Rand der sozialen Skala stehen, haben sich Kameras gegriffen und professionelle Thriller gedreht. Die Filme laufen in den beiden Kinosälen der Dahlemer Museen (Telefon 830 14 38). Außer den deutschen Beiträgen werden die Filme in englischer Fassung gezeigt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben