Berlin : Euro: D-Mark-Gedenken: Pfennigfuchser

Jutta Dahlmann[Lankwitz]

Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der D-Mark? Was haben Sie sich vom ersten Taschengeld, was vom ersten Gehalt gekauft, fragt der Tagesspiegel seine Leser.

"Im Oktober 1959 trat ich nach meiner Ausbildung die erste hart erkämpfte Stellung an. Nach all den Jahren der Schul- und Ausbildungszeit erschienen mir 225 Mark Gehalt als der erste Schritt zu Wohlstand, eventuell sogar Reichtum. Nach zwei Wochen dann der Ruf ins Allerheiligste: zum Personalchef!

Dort wurde mir mitgeteilt, dass die Firma sich gezwungen sehe, mein Gehalt zu kürzen. Der Chef verzog bei dieser Mitteilung keine Miene, ich aber pumpte mich auf wie ein Maikäfer. Bevor ich jedoch voller Zorn loslegen konnte, überzog ein Grinsen sein Gesicht. Man kürzte mir das Gehalt um einen Pfennig, denn ab 225 Mark hätte ich Lohnsteuer zahlen müssen. Noch heute bin ich der Personalabteilung für ihre Umsicht dankbar. Somit war der Kauf von Schnürsenkeln für 23 Pfennig keine unüberwindliche Hürde mehr. Jutta Dahlmann, Lankwitz

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