Berlin : Euro: Gewusst wie und wo: Sparen mit dem Euro

Katja Füchsel

Es sind Getriebene. Stets darauf bedacht zu konsumieren, egal was, nur billig muss es sein. Schnäppchenjäger, wie sie verniedlichend genannt werden, wollen sparen. Der Jahreswechsel muss ihnen willkommen sein. Denn gewusst wo, gibt es dieses Mal tageweise Parken gratis. Gewusst wie, U-Bahnfahren noch dazu. Und dabei lesen wird auch billiger. Alles dank dem Euro.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Zunächst also den passenden Parkplatz gesucht. Nicht alle Bezirke haben es geschafft, die Automaten zum Jahresbeginn Euro-tauglich zu machen. Drum hat die Senatsverwaltung jetzt beschlossen: Wer nach dem Jahreswechsel an einen Automaten gerät, der noch keine Euro und Cent akzeptiert, parkt kostenlos. In Mitte können Autofahrer eine Woche die Schilder ("Parkraumbewirtschaftung") ignorieren. Vom Sparzwang Besessene sollten zwischen dem 29. und 31. Dezember in der Altstadt Spandau einkaufen gehen. Weil an diesen Tagen hier die Automaten umgerüstet werden, bleibt das Parken kostenlos. Keinen Preisvorteil verspricht die Gegend am Ostbahnhof, an der Frankfurter Allee und der Petersburger Straße. Die Automaten sind schon umgestellt, akzeptieren zwischenzeitlich beide Währungen, ab 1. März nur noch Euro.

Wer sein Auto abgestellt hat, aber noch mehr sparen muss, sollte sich am 31. Dezember eine Tageskarte kaufen. Sie ist nicht nur 24 Stunden gültig, sondern bis zum 2. Januar (3 Uhr). Mit einer Monatskarte für Dezember 2001 kommt man bis zum 3. Januar durch die Kontrolllen und Marken für Januar gelten vom 29. Dezember an. "Um den Übergang etwas zu erleichtern", heißt es bei der BVG großzügig. Bis zum 6. Januar kann man in den BVG-Verkaufsstellen das Ticket weiterhin mit der Mark bezahlen - spart dabei aber nichts. Wer mit Euro zahlt, kommt besser weg, denn fast alle Preise werden abgerundet. Wenn der Kassierer dann auf Mark Euro herausgibt, glättet er "krumme Beträge" allerdings auf fünf Cent zu Gunsten der BVG. Die Deutsche Bahn wird hingegen im Zuge der Euro-Umstellung die Fahrpreise leicht erhöhen - und den Gewinn einem guten Zweck spenden. "Wir wollen an der Umstellung nichts verdienen", heißt es bei der Bahn.

Das dürfte Schnäppchenjägern herzlich egal sein, ist ihnen die eigene Brieftasche doch am nächsten. Erleichterung erfährt diese nach der Umstellung auch in den Bibliotheken. Der Ausweis kostet zurzeit 20 Mark. Statt künftig 10,23 Euro abzurufen, hat man auf 10 Euro abgerundet. Auch Knöllchen kosten künftig weniger: Die meisten Beträge werden einfach halbiert - und statt 75 Mark werden sogar nur 35 Euro verlangt. Ein echtes Schnäppchen diese Buße.

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