Berlin : Euro: Wer mit DM fährt, kommt schlecht weg

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Beim Fahrscheinkauf für Bahnen und Busse gilt die Mark weiter - in Bussen und auf Bahnhöfen der BVG bis zum 6. Januar, bei den Verkaufsstellen von BVG, Bahn und S-Bahn bis 28. Februar. Wer allerdings gleich auf den Euro umsteigt, fährt günstiger, denn fast alle Preise werden bei der Umstellung abgerundet. Einen Rundungszuschlag kann es jedoch bei der BVG geben, wenn mit Mark gezahlt wird und Euro herausgegeben werden. "Krumme" Beträge werden auf fünf Cent zu Gunsten der BVG "geglättet".

Um die alte Mark noch annehmen zu können, erhalten die rund 5000 Busfahrer der BVG, wie berichtet, Umrechnungstabellen für das Wechselgeld in Euro. Damit sind die sechs gängigsten Tarifarten abgedeckt. So ausgestattet werden auch die Sonderverkäufer, die auf U-Bahnhöfen sowie den wichtigsten Bus- und Umsteigehaltestellen, Fahrscheine gegen Mark verkaufen. Nach dem 6. Januar ist Schluss mit diesem Sonderservice. Wer dann noch weiter seine Mark loswerden will, muss zu einem mit Personal besetzten Verkaufsschalter.

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Ted: Der Euro - mehr Vor- oder mehr Nachteile? Die Sonderverkäufer sind schon vom 25. Dezember an unterwegs, denn an diesem Tag beginnt die BVG damit, ihre Automaten umzustellen. Die elektronischen Fahrscheinverkäufer der BVG geben vom 1. Januar nur noch Tickets gegen Euro ab; noch nicht umgestellte Geräte werden dann abgeschaltet. Bei der S-Bahn gibt es dagegen neben den euro-tauglichen Automaten, die bei den neuesten Modellen per Knopfdruck umgestellt werden können, bis maximal zum 28. Februar auch Geräte, die noch Mark schlucken. Wenn sie gut gefüllt sind, geben sie auch Wechselgeld in Mark zurück. Erst in den letzten Tagen werden diese Geräte nicht mehr mit Wechselgeld gefüttert; dann muss mit Mark passend gezahlt werden. Die S-Bahn ist damit nach ihren Angaben das einzige Unternehmen im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), das über den kompletten erlaubten Zeitraum zwei Währungen an ihren Automaten annimmt.

Fahrgäste müssen ihre raren Euro-Münzen aus den so genannten Starter Kits aber nicht unbedingt am 1. Januar gleich für den Fahrscheinkauf ausgeben, wenn sie keinen Mark-Automaten oder Sonderverkäufer finden. Um den Übergang etwas zu erleichtern, lassen die Verkehrsbetriebe Tageskarten, die am 31. Dezember entwertet werden, bis zum 2. Januar um 3 Uhr gelten. Kalenderbezogene Monatskarten für Dezember 2001 bleiben bis zum 3. Januar gültig, Marken für Januar 2002 gelten bereits vom 29. Dezember an. Und Fahrscheine aus dem Vorverkauf gelten bis zur nächsten Tarifänderung.

Die Umstellung erfolgt nicht immer Schlag Mitternacht. Wer sich nach der Silvesternacht am Neujahrstag erst in der Frühe nach Hause aufmacht, kann zumindest im Bus problemlos mit Mark bezahlen. Innerhalb einer Schicht findet keine Währungsumstellung statt; bis zum Dienstende am Morgen bleibt die Mark-Kasse an Bord. Zu Geldwechslern werden erst die Fahrer der neuen Schicht.

Durch das komplizierte Umrechnen beim Kauf mit einem nicht passenden Markbetrag kann es zu Verspätungen kommen. Deshalb bietet die BVG diesen Sonderservice auch nur bis zum 6. Januar an. Länger könne man die erwarteten Fahrzeitverlängerungen nicht dulden, heißt es bei der BVG.

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