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Ex-Chef der Treberhilfe : Ehlert entschuldigt sich für seinen Maserati

Fast zehn Monate nach dem Skandal um seinen Dienstwagen bedauert Harald Ehlert den Kauf des Luxusgefährts, bleibt sonst aber seiner Linie treu. Durch die Affäre verlor der Geschäftsführer der Treberhilfe sein Amt.

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Harald Ehlert zeigt Reue über die Wahl seines Dienstwagens.
Harald Ehlert zeigt Reue über die Wahl seines Dienstwagens.Foto: dapd

Zwei Pressekonferenzen in einer Woche – Harald Ehlert, Gesellschafter der Treberhilfe mit Faible für sportive Limousinen, startet durch. Auf der „Filmbühne am Steinplatz“ in Charlottenburg stellte sich der Sozialunternehmer am Freitag den gegen ihn erhobenen Vorwürfen mutmaßlicher Untreue. Die haben ihm ein staatsanwaltliches Verfahren eingehandelt und der Treberhilfe zwei Prüfungen durch das Finanzamt sowie durch ein Gremium der „Kommission 75“, die über die Qualität der Arbeit sozialer Betriebe wacht. Selbstbewusst weist Ehlert die Vorwürfe zurück: „Wenn der Aufbau eines Sozialunternehmens gelingt, dann wird der Erfolg zum Skandal“, erklärt er die Anfeindungen. Dass der Senat landeseigene Mittel für die Betreuung von Obdachlosen falsch eingesetzt sieht, weil die Treberhilfe einen Maserati, Geländewagen und Sportcabrios im Fuhrpark hielt, kontert er so: „Vom Verwaltungsleiter einer Klinik erwartet auch niemand, dass er Golf fährt.“ Nur den Maserati würde er nicht noch einmal anschaffen – „überflüssige Provokation“, nennt er ihn heute.

Seiner Linie bleibt er dennoch treu: Obwohl fast jeder Euro der Treberhilfe vom Steuerzahler stammt, will er die gemeinnützigen Betriebe mit derselben Elle messen wie landeseigene Firmen. Deshalb gehe es schon in Ordnung, dass er sein Gehalt in seiner Zeit als Treberhilfe-Chef so errechnen ließ, wie die Vergütung des BVG-Chefs. Die Verdoppelung seines Gehaltes in drei Jahren sei durch die Verdreifachung des Umsatzes gerechtfertigt.

„Ich habe privat ein Vermögen und daran erfreue ich mich“, sagt er. Dass er dieses unlauter aus Steuermitteln erworben haben könnte, weist er scharf zurück: „Wirtschaftlicher Erfolg muss Teil des Systems werden“, als Belohnung sozialunternehmerischen Handelns gleichsam. Und das aufwendig sanierte Bootshaus in der Treberhilfe-Villa, das er privat für seine Wasserfahrzeuge genutzt haben soll? Das weist er zurück: „Damit haben wir die Substanz unseres Vermögens entwickelt“. Noch Fragen?

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