Facebook, Twitter und Co. : „Ja und? Wen interessiert das?“

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann, ist in den sozialen Medien besonders aktiv. Anderen Politikern würde sie dazu aber nur unter bestimmten Bedingungen raten.

Monika Herrmann ist seit August 2013 Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg.
Monika Herrmann ist seit August 2013 Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg.Foto: Kai-Uwe Heinrich

Frau Herrmann, warum twittern Sie eigentlich ständig?
Wenn ich wissen will, was aktuell passiert, ist Twitter unschlagbar schnell – ich kann mich in Echtzeit über Situationen informieren. Gleichzeitig kann ich meine Infos unmittelbar veröffentlichen. Facebook ist eher ein Ort für Statements und Auseinandersetzungen. Beide Medien haben den Vorteil, dass ich im Original zu lesen bin und nicht auf die Interpretation und den Zeitfaktor zum Beispiel einer Pressemitteilung angewiesen bin.

Tragen Medien wie Facebook und Twitter zu mehr Transparenz bei?
Ja, einerseits, weil ich eben selber „spreche“ – das ist wie eine Sprechstunde für Bürgerinnen und Bürger. Allerdings nutzen viele Menschen diese Medien nicht, diese sind dann eher ausgegrenzt. Daher würde ich nie ausschließlich auf die Sozialen Medien setzen, sondern auch weiterhin auf Face-to-Face-Kontakte zu den Leuten. Über Twitter und Facebook komme ich allerdings auch mit Leuten in Kontakt, die ich normalerweise nicht treffen würde.

Wie viel Zeit investieren Sie am Tag in die Nutzung sozialer Medien?
Sehr unterschiedlich – durchschnittlich drei Stunden pro Tag vielleicht.

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Aus welchen Gründen würden Sie anderen Politikern zu- oder abraten, soziale Medien zu nutzen?
Zuraten täte ich jenen, die es tatsächlich als ein Kommunikationsmittel nutzen wollen. Dies bedeutet aber eben auch Kommunikation und nicht Selbstdarstellung. Völlig schrecklich sind diejenigen, die unter ihrem Namen ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schreiben lassen. Ebenso langweilig sind die, die ihre Termine posten – da denk ich: Ja und? Wen interessiert das? Soll ich jetzt beeindruckt sein, dass jemand für ordentliches Geld Termine wahrnimmt? Oder auch diejenigen, die Fotos posten, nur um zu zeigen, wo und mit wem Wichtigen sie gerade sind – auch eher öde. Reine Selbstdarstellung finde ich suboptimal – da rate ich klar ab.

Und wie geht es besser?
Echte Kommunikation heißt, mit anderen in Austausch zu treten und Position zu beziehen – manchmal auch zu streiten, manchmal auch etwas zu polemisieren. Allerdings halte ich es für zwingend wichtig, niemanden persönlich anzugreifen. Von privatem Posten rate ich komplett ab – es sei denn, derjenige zielt auf Homestorys ab. Weder Kinderbilder noch Frau, Mann, Wohnung oder Ähnliches haben dort was zu suchen, wenn jemand als Politikerin diese Medien nutzt. .

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