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Fahndungserfolg : Haftbefehl gegen mutmaßlichen Schillerpark-Bomber

Der am Donnerstag festgenommene Mann sitzt in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, vor sechs Wochen im Schillerpark eine Bombe gezündet zu haben.

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Fahndungserfolg: Die Polizei hat einen Verdächtigen gefasst, der im Schillerpark eine Rohrbombe gelegt haben soll.Weitere Bilder anzeigen
Foto: dpa
30.09.2011 13:30Fahndungserfolg: Die Polizei hat einen Verdächtigen gefasst, der im Schillerpark eine Rohrbombe gelegt haben soll.

Sechs Wochen nach der mysteriösen Bombenexplosion im Weddinger Schillerpark, bei der ein Passant schwer verletzt wurde, hat die Polizei am Donnerstag einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Der 44-jährige Deutsch-Afghane Stephan S. wurde am Freitag einem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ. Nach Polizeiangaben ist kein terroristisches oder islamistisches Motiv erkennbar. Der allein lebende Hilfsarbeiter soll nicht in religiösen Kreisen verkehrt haben, sagte der Leiter des polizeilichen Staatsschutzes, Oliver Stepien.

Dem Tatverdächtigen werden derzeit drei Taten zur Last gelegt. Neben der Rohrbombe im Schillerpark soll er ähnliche Konstruktionen am Nordufer im Mai 2011 und am Dohnagestell im Juni 2007 abgelegt haben. Auch diese beiden Tatorte liegen in unmittelbarer Nähe der Wohnung des Mannes, sagte Stepien. Ermittelt wird noch zum Fund eines Sprengsatzes, wiederum am Dohnagestell im Juni 2008. Diese Sprengsätze wurden gefunden, bevor sie explodierten.

Bei der am Donnerstag begonnenen Wohnungsdurchsuchung wurden nach Polizeiangaben eine weitere, nahezu fertiggestellte Rohrbombe gefunden. „Es fehlten nur wenige Handgriffe“, um die Bombe zündfähig zu machen, berichtete ein Beamter. Die ebenfalls mit einem Bewegungszünder ausgestattete Konstruktion wurde von Sprengstoffexperten gesichert und abtransportiert. Wo der Mann sie ablegen wollte, ist unklar. In der Wohnung wurden nach Polizeiangaben „tausende“ elektronische Bauteile gefunden, aber nur wenig sprengstoffverdächtige Substanzen, vermutlich Schwarzpulver. Über diese zum Teil ausgefallenen Spezialschalter kam ihm die Polizei bei Ermittlungen in Elektronikgeschäften auf die Spur. Die sonstigen Teile der Bombe kaufte sich der Tatverdächtige in Baumärkten.

Lesen Sie auf Seite 2, welchen Hintergrund der Verdächtige hat.

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