Berlin : Fahrt ins Blaue

Stephan Wiehler

raucht demnächst in Brandenburg Bei unserem unaufhaltsamen Aufstieg zur Metropole von Welt sind wir New York, unserem großen Vorbild, wieder ein Stück näher gekommen. Dort drüben am Hudson River werden Raucher inzwischen wie Aussätzige behandelt. Nikotin-Konsum in geschlossenen Räumen außerhalb der eigenen Wohnung ist quasi nur noch in Form von Pflastern oder Kaugummis gestattet. Wer seine Zigarette nicht in zugigen Straßenfluchten rauchen will, nimmt den Bus nach Atlantic City. Im Spielerparadies zwei Autostunden südlich von New York darf auch am einarmigen Banditen gequalmt werden. Süchtige unter sich.

Die neue Nichtraucher-Kampagne des Senats, mit der jetzt auch Berlin qualmfrei werden soll, birgt damit durchaus Potenzial für wirtschaftlichen Aufschwung im Umland. Brandenburg könnte entwurzelten Rauchern aus Berlin Fahrten ins Blaue anbieten, Vergnügungsparks mit Zigarren-Lounges, Raucherkneipen und Tabakkollegien wären denkbar. Investitionsruinen wie die Chipfabrik oder die Cargolifter-Halle, in der jetzt ein Tropenpark entstehen soll, könnten zu Raucherparadiesen werden. Qualmen unter Palmen – herrlich!

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