Fallstricke des Alltags : Termine speichern

Einmal in der Woche fragen Sie Elisabeth Binder, wie man mit komplizierten oder peinlichen Situationen so umgeht, dass es am Ende keine Verstimmungen gibt: So kann's gehen.

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Kürzlich bekam ich eine Postkarte mit der englischen Aufschrift „Save the Date“. Darunter schrieb ein alter Bekannter, dass er in vier Monaten seinen runden Geburtstag in seiner Geburtsstadt feiern möchte. Muss man auf so etwas reagieren?

Alfred, eingeladen

Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.
Tagesspiegel-Kolumnistin Dr. Elisabeth Binder.Quelle: Tsp

Die schriftliche Bitte, einen Termin frühzeitig im Kalender zu blockieren, findet immer mehr Verbreitung auch bei uns. Ursprünglich kommt sie aus dem angloamerikanischen Raum, weshalb sie gern unter der Überschrift „Save the date“ (Merk dir den Termin) weitergegeben wird. Natürlich könnte man den Spruch übersetzen, das wäre in manchen Fällen sogar freundlich. Auf so eine Karte brauchen Sie nicht direkt zu reagieren. Der Absender hofft lediglich, dass Sie sich ihren Kalender zur Hand nehmen und unter dem Datum sein Geburtstagsfest eintragen. Wenn später andere Einladungen zum selben Termin kommen, war er zuerst da, was Auswirkungen haben kann bei der Entscheidung, wem Sie eine Zusagen geben.

Selbst wenn Sie gar nicht zu den ständig ausgebuchten Zeitgenossen gehören, ist es rücksichtsvoll von dem alten Bekannten, dass er beizeiten auf ein Fest aufmerksam macht, welches ihm offensichtlich wichtig ist. Könnte ja sein, dass Sie wirklich gerne hingehen wollen. Schickt er die Einladung erst zwei Wochen vorher, haben Sie vielleicht dann einen Urlaub gebucht und ärgern sich, weil Sie den auch zu einem anderen Zeitpunkt hätten machen können. Einem „Save the Date“ folgt irgendwann eine richtige Einladung mit allen Details über Ort und Zeit und Dresscode, Geschenkeregelung und allem, was man wissen sollte. Darauf sollten Sie zeitnah antworten, weil der Gastgeber in der Planungsphase wissen muss, mit wem er rechnen darf. Durch das „Save the Date“ hatten Sie ja genug Zeit, sich zu überlegen, ob ein Besuch des Geburtstagsfestes für Sie in Frage kommt oder nicht.

Bitte schicken Sie Ihre Fragen mit der Post (Der Tagesspiegel, "Immer wieder sonntags", 10876 Berlin) oder mailen Sie diese an: meinefrage@tagesspiegel.de

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