Berlin : Fernsehen in der U-Bahn: BVG will alle Züge mit Monitoren ausstatten. Ton bleibt aus

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U-Bahn-Fahren soll unterhaltsamer werden. Jetzt gibt es in den Zügen auch Fernsehen. Das "Berliner Fenster" startete gestern zunächst auf der Linie U 9 zwischen Osloer Straße und Rathaus Steglitz. Geboten wird eine Mischung von Nachrichten, aktuellen Stadt- und Verkehrsinformationen sowie Werbung und Veranstaltungstipps, wie Projektleiter Andreas Ohrt sagte. Ähnliche Projekte gibt es in Hannover und Hamburg sowie bei der S-Bahn in Berlin. Diese testet das Fernsehen in einem Zug seit September 1999 auf dem Südring. Ob die Monitore in alle Wagen eingebaut werden, wie es die BVG bei der U-Bahn plant, sei noch nicht entschieden, sagte S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz. Zu einer Zusammenarbeit beider Unternehmen war es nicht gekommen.

Nach Ansicht von Wirtschaftssenator Wolfgang Branoner (CDU) trägt das "Berliner Fenster" dazu bei, die Aufenthaltsattraktivität für Fahrgäste in der U-Bahn zu erhöhen. Zugleich nehme damit die Service- und Kundenorientierung des Verkehrsunternehmens zu. U-Bahn-Fernsehen ist zunächst in 6 von insgesamt 132 Wagen, die auf der U 9 eingesetzt werden, möglich. Dazu sind in jedem Wagen jeweils vier Doppelmonitore vandalismussicher an der Decke angebracht. Die rund 15-minütige Programmschleife läuft ohne Ton. Hörfunk-Übertragungen in den Wagen, wie es die S-Bahn einmal versuchte, hatten viele Fahrgäste verärgert. Für den Nachrichtenteil gibt es eine Kooperation mit dem "Berliner Kurier".

Bis November sollen alle Wagen der Linie U 9 mit Monitoren ausgerüstet sein, kündigte BVG-Finanzvorstand Joachim Niklas an. In spätestens vier Jahren soll das "Berliner Fenster" in allen 1200 U-Bahn-Wagen vorhanden sein. Zu den Kosten für die Ausrüstung der Züge machte das Unternehmen auch auf Nachfrage keine Angaben. Diese würden sich in einem "überschaubaren Zeitrahmen" amortisiert haben, hieß es.

Die Technik für das U-Bahn-TV stammt von der Robert Bosch Multimedia-Systeme aus Hildesheim.

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